Fr, 21. September 2018

Nachwuchs fehlt

21.09.2017 09:51

Bessere Arbeitsbedingungen gegen Ärztemangel

Die Prognosen sind dramatisch: 60 Prozent der Kassenärzte gehen in den nächsten zehn Jahren in Pension. Schon jetzt finden sich für 70 Kassenarzt-Praxen keine Ärzte und es fehlt der Nachwuchs. Jeder dritte Absolvent eines Medizinstudiums will ins Ausland gehen, nur zwei von 100 Medizinstudierenden wollen Hausärzte werden.

"Ohne Ärzte geht's nicht", so das Motto der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Die Ärztekammer kritisierte, dass viele politische Parteien zwar für die Stärkung der niedergelassenen Ärzte eintreten, ohne jedoch konkrete Schritte zu setzen. "Es ist sehr offensichtlich, dass die Verträge mit den Kassen für junge Ärztinnen und Ärzte inzwischen unattraktiv geworden sind: Die Zahl der fachärztlichen Kassenpraxen ist seit dem Jahr 1999 geringfügig auf rund 3270 angestiegen - und das bei einer immer älter werdenden und wachsenden Bevölkerung. Die Anzahl der Wahlarztpraxen hingegen hat sich seither auf rund 7150 deutlich mehr als verdoppelt", sagt der zweite stv. Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte, Norbert Meindl.

"Mit unserer Kampagne 'Ohne Ärzte geht's nicht' tragen wir dazu bei, dass der dringende Reformbedarf auf der gesundheitspolitischen Agenda bleibt", betont der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, Johannes Steinhart.

Video: Ärztekammer warnt vor Mangel an Medizinern

Die Forderungen der Ärztekammer sind dabei klar:

  • Die Arbeitsbedingungen für junge Ärzte müssen vielfältiger und attraktiver werden. Etwa durch die Anstellungsmöglichkeit Arzt-bei-Arzt
  • Praxisgründungen sollen durch Bund, Länder und Krankenkassen gefördert werden
  • bessere Ausbildungs-Bedingungen, Ausbau und Finanzierung von Lehrpraxen

"Ärzte haben medizinische Guidelines zu befolgen und die Menschen zu versorgen und die Politik folgt einem 'Kostendämpfungspfad' - das ist heute nicht mehr in Einklang zu bringen", so Meindl.

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