So, 24. Juni 2018

Spannung vor Rede

18.09.2017 16:50

UNO-Vollversammlung: Alle Augen auf Trump

Die Welt hat sich zur jährlichen UNO-Generalversammlung eingefunden - und alle Augen sind auf US-Präsident Donald Trump gerichtet, wenn er am Dienstag als Gastgeber die Eröffnungsrede hält. Trump eilt die noch wache Erinnerung an seine Wahlkampfreden voraus, in denen er die UNO in Grund und Boden stampfte und drohte, ihr den Geldhahn zuzudrehen. Auch gilt Trump - "(White) America first!" - als Gegner internationaler Verpflichtungen der USA.

Die Ironie des Schicksals will es, dass zurzeit ausgerechnet nur diese UNO eine Plattform zu Lösungen der größten Probleme der Welt und der USA bieten kann: Nordkorea, Atomwaffenvertrag mit dem Iran, Klimaschutzabkommen.

Den Anti-Atomwaffen-Vertrag mit dem Iran würde der US-Präsident am liebsten platzen lassen, ohne allerdings die anderen fünf westlichen Unterzeichnerstaaten zu fragen, und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kommt (erstmals) zur UNO, um in seiner Rolle als "Hausherr" das von Trump gekündigte Pariser Weltklimaschutzabkommen zu retten.

Pragmatische Militärs im Weißen Haus
Trump bekommt wie schon beim NATO-Gipfel oder der Europa-Rede in Warschau von seinem Stab im Weißen Haus eine staatsmännische Rede aufgeschrieben, an die er sich aber nicht halten muss. Nach der "Säuberung" des Weißen Hauses von rechtsrechten Irrläufern haben dort pragmatische Militärs das Kommando übernommen.

Es gibt nichts, was das Weltforum am East River nicht schon erlebt hat:

  • 1960 überzog Kubas Fidel Castro seine Redezeit um vier Stunden. Kremlchef Nikita Chruschtschow ärgerte sich über eine andere Rede so sehr, dass er mit seinem Schuh auf dem Pult trommelte.
  • Libyens Muammar al-Gadafi kam mit Zelt und Leibkamel für die Morgenmilch. Danach zerriss er am Rednerpult die UNO-Verfassung.
  • Venezuelas Hugo Chavez roch am Pult "Schwefeldampf des Teufels" von seinem Vorredner George Bush.

Van der Bellen und Kurz ebenfalls in New York
Für weniger Aufregung werden wohl Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Außenminister Sebastian Kurz bei der Vollversammlung sorgen. Die beiden weilen seit Montag in New York. Neben Van der Bellens Rede ist auch die Teilnahme des österreichischen Staatsoberhaupts bei einem Empfang von Trump geplant. Kurz und Van der Bellen werden gemeinsam UNO-Generalsekretär Antonio Guterres treffen.

Außenminister Kurz hatte Zeit für eine kurze Videobotschaft vor seinem Abflug:

Kurt Seinitz, Kronen Zeitung/krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.