Sa, 23. Juni 2018

"Talente OÖ"

06.09.2017 17:25

Kleine "X-Men" programmieren Roboter

Sie sind zwar keine Mutanten, aber ähnlich hochbegabt: Vierzig junge "X-Men" im Alter von 10 bis 14 Jahren nahmen im Rahmen der "Talente OÖ" am "Fabasoft Robotics Camp" in Linz teil. Die Schüler lernten, Roboter zu bauen - die Maschinen der Zukunft.

Mit Lego spielen hat es nicht mehr viel zu tun, was die jungen Superhirne in dem einwöchigen Robotics Camp ausprobieren. Der Schwerpunkt ist das so genannte "Coding", also das Programmieren eines Computers und den Bau eines Ultimate V2-Roboters von MakeBlock.

Lernen ohne Druck
Gymnasialprofessor Christian Kloimböck betreute das Camp. Er sieht hier die enorme Chance, Kinder ohne Druck für das Thema Programmierung und in Folge für IT-Berufe zu begeistern: "Coding soll in Zukunft genauso selbstverständlich werden wie Schreiben und Rechnen."

Personalmangel in IT-Branche
Fabasoft-Firmenchef Helmut Fallmann ist ständig mit dem Fachkräftemangel in der IT-Branche konfrontiert, sagt: "Wir hatten hier im Camp ideale Bedingungen, je vier Kinder teilten  sich  einen Betreuer."

Kurse am Samstag
Fallmann wünscht sich, dass in den Schulen samstags Kurse in  MINT, also  Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, gehalten werden. Die Pädagogen sollen dafür extra entlohnt werden.

Kein Talent darf verloren gehen
Bildungslandesrätin Christine Haberlander: "Kein Talent darf verloren gehen, denn unsere Wirtschaft und unser Wohlstand sind hochgradig von Innovationsleistungen abhängig. Hochbegabte Kinder brauchen besondere Förderung."

Die jungen Camp-Teilnehmer wurden aus dem Pool der "Talente OÖ" - da sind insgesamt 2300 Kinder drin -  ausgewählt.

Fabasoft-Gründer Helmut Fallmann ist auch Vorstand der Stiftung "Talente OÖ". Er erklärt, warum Hochbegabte früh genug erkannt werden müssen.

"Krone": OÖ hat bundesweit die beste Talentförderung.
Helmut Fallmann: Ja, weil das Land das sehr fördert. Ein Beispiel: Vor acht Jahren hatten wir in der Stiftung "Talente OÖ"  200 hochbegabte Kinder,  mittlerweile sind es bereits 2300. Ich weiß selbst, dass hochbegabte Kinder im Unterricht oft die schwierigsten Schüler sind. Sie brauchen besondere Betreuung. Mir schweben spezielle Kurse an den Samstagen vor, wo die Kinder für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften begeistert werden.

"Krone": Das ist Ihnen  ein Anliegen, weil Sie oft mit dem IT-Fachkräftemangel  konfrontiert sind.
Fallmann: Wir haben deshalb wöchentliche Sitzungen. Darum weiß ich auch, dass wir es uns in Oberösterreich  nicht leisten können, Talente brach liegen zu lassen. Hochbegabte brauchen andere Hochbegabte, deshalb wollen wir auch nach dem Camp einen Robotics Club gründen.

"Krone": Sie fordern auch ein Umdenken an den Universitäten.
Fallmann: Die Hälfte der heimischen Informatik-Studenten bricht das Studium ab, das kann es doch wirklich nicht sein.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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