Nächster Zahltag

Auch Wozabal-Angestellte schauen durch die Finger

Zwei Wozabal-Mitarbeiter in Lenzing haben Job-Angebote angenommen, die Kündigung eingereicht! Die finanziellen Turbulenzen beim von Enns aus agierenden Wäschereiniger machen sich offenbar auch schon andere Firmen zu nutzen. Fakt ist: Die finanzielle Situation spitzt sich weiter zu. Der nächste Zahltag rückt näher.

Anlagen-Bediener, Produktionsmitarbeiter, Reinigungskraft: Auf der Internetseite der Wozabal-Gruppe sind derzeit einige Jobs ausgeschrieben. Obwohl die Juli-Löhne für 725 Arbeiter nicht bezahlt werden konnten, weil das Geld fehlt, wurden seither neue Beschäftigte eingestellt. Diese werden bei Job-Antritt gleich darüber informiert, dass sie vorerst zum Nulltarif arbeiten.

Gehälter sind fällig
Eine skurrile Situation, die sich nun weiter zuspitzt. Denn in wenigen Tagen sind auch die Gehälter für die Angestellten des Wäschereinigers fällig. Diese sollen laut "Krone"-Informationen bereits wissen, dass sie ebenfalls kein Geld bekommen werden. Der Liquiditätsengpass beim Traditionsunternehmen, über dem bedrohlich das Damoklesschwert Insolvenzverfahren schwebt, scheint unverändert groß - wir berichteten.

Firmen-Leitsätze teils überholt
Befremdlich wirken die zehn Wozabal-Leitsätze, die im Eingangsbereich des Firmengebäudes in Enns hängen: Unter Punkt 8 wird stolz hingewiesen, dass man ein gesundes Unternehmen ist. Dabei sorgen die Verbindlichkeiten bei Banken und Finanzierungsgebern für Unheil, die Lage spitzt sich offenbar immer mehr zu.

Vorstände traten zurück
Auch hinter den Kulissen ist viel passiert. Die drei Vorstände der Wozabal-Privatstiftung, Christoph Szep, Helmut Schützeneder und Gerhard Jochum, traten im Juni zurück. Am 17. August wurden diese drei aus dem Firmenbuch gelöscht, ein neuer Dreier-Vorstand wurde installiert. Auch beim Anwalt von Firmenchef Christian Wozabal soll es zu einem Wechsel gekommen sein.

Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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