23.08.2017 16:55 |

Kaum Aufgriffe

Hundert neue Grenzschützer

Das Innenministerium hat zum Schutz der Südgrenze stark aufgerüstet. Seit Kurzem stehen in Kärnten 100 neue Vertragsbedienstete im Grenzeinsatz, auch bei der Technik gab es Verbesserungen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Aufgriffe in Kärnten. Innenmister Sobotka will trotzdem am kritisierten Grenzmanagement festhalten.

Die Blitzkontrolle nahe der Grenze zu Italien (siehe Brennpunkt Seite 11) zählte für einige Polizisten zu den ersten Einsätzen ihrer Laufbahn. Nach der großen Flüchtlingswelle 2015/2016 mit mehr als 200.000 Migranten in Kärnten wurde das Personal verstärkt. "100 Personen wurden neu aufgenommen. Sie stehen jetzt im Einsatz", erklärt Hannes Dullnig, Leiter der Einsatz- und Grenzpolizei (EGFA).

Die Vertragsbediensteten wurden im Eilverfahren für Grenzkontrollen und die Schleierfahndung trainiert und sollen bald zur Vollausbildung einberufen werden.

Aufgerüstet wurde auch bei der Technik; mit Fingerabdruckscannern und beim Polizei-Fuhrpark. "Wir sind gut aufgestellt", sagt EGFA-Chef Dullnig. Im Bedarfsfall könnten auch das Grenzmanagement, Zelte und Registrierungsstraßen für eine neuerliche Migrationswelle hochgefahren werden. Diese Einrichtungen sind für einen Ansturm wie Ende 2015 mit pro Tag 2000 Flüchtlingen in Kärnten ausgelegt. Weil derzeit pro Woche nur noch etwa 50 Migranten ohne Papiere aufgegriffen werden, verwaist die Infrastruktur seit Monaten ungenutzt an den Grenzen Thörl-Maglern, Karawankentunnel und in abgespeckter Variante bei Lavamünd und Grablach.

Innenminister Wolfgang Sobotka will dennoch weiter an den umstrittenen Registrierungseinrichtungen festhalten: "Daran wird nicht gerüttelt, bis die EU-Grenze dicht ist. Das Grenzmanagement bleibt auf Abruf."

Thomas Leitner, Kärntner Krone

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