Di, 25. September 2018

"The House"

05.07.2017 14:21

Roulette & Hausfrauen-Fights: "Casino Undercover"

"Casino Undercover" (Kinostart: 7. Juli) beginnt mit einem sehr amerikanischen Problem: Scott und Kate Johansen brauchen 250.000 Dollar, damit ihre Tochter Alex aufs College gehen kann. Sie wurde zwar an der teuren Buckley-Universität angenommen und hat auch ein Stipendium ihrer Heimatstadt gewonnen. Doch kurz darauf nimmt ein schmieriger Stadtrat den Johansens das Stipendium weg, um ein Schwimmbad zu finanzieren.

Da kommt Nachbar Frank gerade recht. Der steckt dank Scheidung in Sinnkrise und Geldnot und hat flugs die rettende Idee: Die dahinziehende Ehefrau hat ohnehin alle Möbel mitgenommen - warum also nicht ein illegales Casino im Haus eröffnen? Die Bank gewinnt schließlich immer. Fortan geht die Stadt bei den Dreien ein und aus und vergnügt sich mit Roulette, dem obligatorischen Strip oder Hausfrauenkämpfen im Fight Club. Mit dem Erfolg kommen aber andere Sorgen: Falschspieler bedrohen die Gewinnmargen, ein Stadtrat kommt ihnen auf die Schliche und echte Gangster, die ihr Revier nicht so leicht aufgeben wollen.

Klingt unglaubwürdig? Ist es auch. Die Logiklöcher im Drehbuch von "Casino Undercover" sind so tief wie die Geldstapel in Franks Tresor zur Mitte des Films hoch sind: Ausgerechnet in der liebevollen Beziehung zur Tochter sollen die Eltern vergessen haben, selbst für das College der Tochter zu sparen. Die immer lauteren Fight Clubs, Poolpartys und extrem edel blinkenden Bars erregen keinerlei Aufsehen in einer gestriegelten Kleinstadt. Und Alex' Eltern sind zur gleichen Zeit Kiffer, knallharte Gangster, aufgedrehte Würfelspieler und mathematisch unbegabt - alles eben ganz so, wie es gerade in die Notwendigkeiten des Skripts passt.

Außerdem kommt die Story gleichzeitig überdreht und im Leerlauf daher. Besonders das zweite Drittel schleppt sich mit kaum ausgearbeiteten Subplots und unnötigen Charakteren weiter.

Doch trotz dieser Probleme funktioniert "Casino Undercover" (im US-Original "The House") passabel als ein wenig schwarz angestrichene Actionkomödie. Besonders die "Saturday Night Live"-Comedysuperstars Will Ferrell ("Anchorman", "Buddy - Der Weihnachtself", "Stiefbrüder) und Amy Poehler ("Sisters", "Baby Mama") spielen mit gutem Timing, und Jason Mantzoukas als Nachbar unterstützt charmant.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.