„Preis belastet nicht“

Eheringe mit Fairtrade-Gold sind zunehmend gefragt

Wirtschaft
23.01.2026 16:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Nachfrage nach Eheringen mit Fairtrade-Gold ist in den vergangenen Jahren in Österreich gestiegen. Die abgesetzte Menge aus nachhaltiger Produktion liege jährlich bei ungefähr einem Kilogramm, sagte Fairtrade-Österreich-Chef Hartwig Kirner. Der starke Anstieg des Goldpreises wirke sich bisher nicht aus.

Der Goldpreis je Unze (31,1 Gramm) näherte sich am Freitag der 5000‑US-Dollar-Marke (umgerechnet rund 4270 Euro). Er ist seit Anfang 2025 um rund 80 Prozent gestiegen. Preistreiber im vergangenen Jahr waren unter anderem viele Konflikte weltweit. Auch in diesem Jahr sorgten politische Spannungen wie die Lage im Iran und die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen einige europäische Staaten für die Kursgewinne.

In Österreich wird jährlich rund ein Kilogramm Fairtrade-Gold abgesetzt, international ist es rund eine Tonne. Der Großteil wird von der Basler Kantonalbank aufgekauft, die das Gold für Anlageprodukte verwendet. Aber auch Eheringe mit Gold aus nachhaltiger Produktion erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Verkauft werden diese hierzulande im Dorotheum und in der Wiener Trauringmanufaktur Brüder Nowotny mit der Marke Ruesch.

Was das Gütesiegelprogramm bedeutet
Seit 2011 gibt es ein Gütesiegelprogramm, das in Österreich seit 2016 angewendet wird. Das Edelmetall kommt von 15 Kleinbergbau-Kooperativen in Peru mit mehr als 3500 Arbeiterinnen und Arbeitern. Diese erhalten einen Mindestpreis von 95 Prozent des Goldpreises, den die London Bullion Market Association festlegt. Das sei deutlich mehr, als die Bergleute am lokalen Markt bekämen, sagte der Fairtrade-Österreich-Chef.

Darüber hinaus bekommen die Kooperativen eine Prämie, um die Produktionsprozesse, Arbeitsbedingungen und Umweltschutzmaßnahmen zu verbessern. Das Hauptproblem beim Goldabbau in Peru seien die „illegalen Verhältnisse“, die Kriminalität und extreme Umweltverschmutzung, sagte Kirner. Im Goldabbau würden Chemikalien verwendet, die Mensch und Umwelt schädigten. Laut Fairtrade sind weltweit 90 Prozent der Goldschürferinnen und Goldschürfer in kleinen Minen tätig.

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