30.04.2017 15:47 |

Schweiz trauert

Rekord-Bergsteiger am Mount Everest verunglückt

Der Berner Extrembergsteiger Ueli Steck ist Sonntagfrüh beim Mount Everest in den Tod gestürzt. Der 40-Jährige befand sich auf einer Vorbereitungstour für seinen nächsten Weltrekordversuch, als er abstürzte. Steck wollte eine Doppelbesteigung des Everest und des Nachbarbergs Lhotse meistern - und das ohne Sauerstoffflaschen. Der 40-Jährige war allein unterwegs, als es zum Unglück kam.

Der Schweizer gehörte zu den prominentesten Extrembergsteigern der Welt. Die Eiger-Nordwand durchstieg er schon mit 18 das erste Mal - und dann viele Male wieder. Im Sommer 2015 kletterte er auf alle 82 Viertausender der Alpen. Die Strecken dazwischen legte er zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Gleitschirm zurück.

Hohes Tempo ohne Sauerstoffflasche
Steck bezwang aber auch die Klassiker in anderen Weltregionen, den Everest, die Annapurna, den Mount Dickey in Alaska oder El Capitan in Kalifornien. Immer ohne Flaschensauerstoff, meist in enormem Tempo. Über Leistung und Rekorde definierte er sich.

In der Szene trug er den Spitznamen "Swiss Machine", die Schweizer Maschine. Steck mochte den Namen nicht, aber von den Schlagzeilen lebte er. Er schrieb Bücher, hielt Vorträge, hatte mehrere Sponsoren. Sein letzter Eintrag auf Facebook stammt vom 26. April, Steck schrieb: "Ich liebe es hier, es ist so ein schöner Ort." Ganz in der Nähe starb er.

Steinschlag und Kampf mit Sherpas überlebt
Gefährliche Situationen hatte er schon mehrere überstanden. 2007, am Annapurna, traf ihn ein Stein. Er verlor das Bewusstsein, rutschte 200 Meter ab, blieb aber heil. 2013 wurde er am Everest von wütenden Sherpas fast erschlagen. Angeblich hatte er mit seinem Team einen Eisschlag ausgelöst und die Sherpas in Gefahr gebracht. Die Geschichte machte als "Krieg am Everest" Schlagzeilen.

In seinem letzten Interview meinte der Schweizer gegenüber dem "Tages-Anzeiger": "Irgendwann riskierst du so viel, dass es knallt." Der letzte Satz lautete: "Scheitern heißt für mich: Wenn ich sterbe und nicht heimkomme."

Steck hinterlässt Ehefrau
Steck, der in Ringgenberg bei Interlaken zu Hause war, hinterlässt seine Frau. Kinder wollte er keine, rr war der Meinung, dass sich das mit seinem Beruf nicht vereinbaren ließ. In seinem Interview zum 40. Geburtstag sagte er: "Es ist schon schwierig genug, das Risiko vor sich zu verantworten - und vor seiner Frau."

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