21.04.2017 11:51 |

Nach Paris-Anschlag

Le Pen: "Alle überwachten Ausländer abschieben"

Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat den Pariser Terroranschlag vom Donnerstag dafür benutzt, um noch einmal Stimmung für ihren rechtspopulistischen Kurs zu machen: "Ich fordere die sofortige Abschiebung sämtlicher Ausländer, die von Geheimdiensten überwacht werden", sagte sie am Freitag. Zuvor hatte sie bereits mit der Forderung nach härteren Maßnahmen im Kampf gegen den Islamismus aufhorchen lassen.

"Ich rufe zum Erwachen der tausendjährigen Seele unseres Volkes auf, die in der Lage ist, der blutigen Barbarei eine Entschlossenheit entgegenzustellen, die durch nichts eingeschüchtert wird", sagte Le Pen am Freitag in Paris. Am Sonntag findet ersten Runde der Präsidentenwahl statt.

"Unser Land muss Grenzen zurückbekommen"
Neben der Ausweisung sämtlicher überwachter Ausländer fordert Le Pen die Wiedereinführung der Grenzkontrollen in Frankreich. "Unser Land muss seine Grenzen zurückbekommen. Diese sind ein Sieb für Terroristen, die derzeit wie Touristen durch Europa reisen." Frankreichs Souveränität sei ihr zufolge an die "Technokraten in Brüssel" abgegeben worden.

Video: Der sechste Terroranschlag in Paris in drei Jahren

"Alles getan, damit Frankreich Kampf gegen Terror verliert"
Zudem übte Le Pen scharfe Kritik an der aktuellen Regierung in Frankreich. "Seit zehn Jahren wurde unter den Regierungen der Konservativen und der Sozialisten alles getan, damit Frankreich den 'Krieg' gegen den Terrorismus verliert", sagte sie. Zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl forderte sie "eine Nation, die die Naivität ablegt".

Paris-Attentäter war französischer Staatsbürger
Ein Polizist war am Donnerstagabend auf den Champs-Elysees erschossen worden. Der Schütze wurde von Sicherheitskräften getötet, nach belgischen Angaben handelte es sich um einen 39-jährigen französischen Staatsbürger. Das IS-Propagandasprachrohr Amaq hingegen behauptete, der Angreifer von den Champs-Elysees sei ein belgischer IS-Kämpfer namens Abu Yussef. Nachdem aber feststeht, dass der erschossene Angreifer Franzose war, ist unklar, ob der IS vom tatsächlichen Täter spricht.

Umfrage: Macron knapp vor Le Pen
Zwei Tage vor dem von vielen Experten als "Schicksalswahl für Europa" bezeichneten Votum liefern sich die französische Präsidentschaftskandidaten weiter ein enges Rennen. Eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage von Ipsos-Sopra Steria sah den Sozialliberalen Emmanuel Macron bei 23 und Le Pen bei 22,5 Prozent. Der Konservative Francois Fillon lag bei 19,5 Prozent, der Linke Jean-Luc Melenchon bei 19. Allerdings hätten sich 28 Prozent der befragten Wähler noch nicht endgültig entschieden. Wenn bei der ersten Runde am Sonntag wie erwartet kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt, treffen die zwei stärksten Bewerber in der entscheidenden Stichwahl am 7. Mai aufeinander.

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