13.04.2017 21:00 |

Imker-Streit

"Flugverbot" für Honigbienen

Es darf nur eine geben: Im Streit um die Honigbiene hat sich die "Carnica" jetzt auch vor dem Landesverwaltungsgericht als einzig zulässige Rasse durchgesetzt. Für heimische Erwerbsimker eine folgenschwere Erkenntnis: Sie müssen die Königinnen ihrer ertragreicheren Buckfast-Biene bis 2018 aus dem Verkehr ziehen.

Neben den Bienen fliegen im Imker-Streit seit Jahren die Fetzen. Manche sprechen von einem regelrechten Glaubenskrieg. Hobby- und Freizeitimker setzen dabei auf die ursprünglich autochthone Carnica-Biene, die auch nach dem Bienenwirtschaftsgesetz die einzig zulässige Rasse in Kärnten ist.

Erwerbsimker, die das Gesetz kippen wollen, favorisieren hingegen Hybrid-Bienen wie die "Buckfast". Diese seien ertragreicher und weniger anfällig für Krankheiten, heißt es.

Der Konflikt um die Biene ging sogar soweit, dass sich Imker gegenseitig mit Anzeigen eindeckten. Schließlich landete die "Glaubensfrage" vor dem Landesverwaltungsgericht. Jetzt ist das Erkenntnis da: Hybrid-Bienen dürfen in Kärnten nicht mehr gehalten werden. Ab der First 31. März 2018 gibt es ein "Flugverbot": Alle 12.000 Nicht-Carnica-Königinnen in Kärnten müssen außer Landes gebracht (etwa ins Burgenland, wo Hybride erlaubt sind) oder eliminiert werden. Lassen Imker hingegen ihre Buckfast-Bienen weiter Honig sammeln, drohen hohe Verwaltungsstrafen.

Die Reaktionen auf das Gerichtserkenntnis gehen weit auseinander. Für den Berufsimkerverband ist das Gesetz nicht umsetzbar, da 70 Prozent der Bienen in Kärnten gar keine Carnica-Gene hätten. Außerdem sei eine "reinrassige Bienenzucht biologisch äußerst bedenklich. Online wurde eine Petition gestartet. Gegen das Gerichtserkenntnis will man beim Verwaltungsgerichtshof in Revision gehen.

Die Verfechter der Carnica sehen sich unterdessen in ihrem Glauben an die Apis mellifera carnica bestätigt. Während manche ob des Gerichtsspruches von "Bienen-Mord" sprechen, glauben sie an die Möglichkeit einer Aussiedelung. Außerdem würden Erwerbs-Königinnen ohnedies alle zwei Jahre ersetzt werden.

Thomas Leitner, Kärntner Krone

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