09.11.2006 16:31 |

Nach Israel-Angriff

Zehntausende bei Opfer-Begräbnis in Gaza

Mehrere zehntausend Menschen haben am Donnerstag an der Beisetzung von 18 Palästinensern teilgenommen, die am Vortag bei einem israelischen Panzerangriff getötet worden waren. In Israel herrschte unterdessen erhöhte Alarmbereitschaft, nachdem die radikal-islamische Hamas erstmals seit eineinhalb Jahren wieder zu Selbstmordanschlägen aufgerufen hatte.

Die Toten wurden zu Beginn der Trauerfeier in ihre zerstörten Häuser in Beit Hanun gebracht. Ein Vater trug den leblosen Körper seines einjährigen Kindes im Arm. In der Menge wurden immer wieder Sprechchöre gegen Israel und die USA laut, bewaffnete Männer schossen in die Luft.

Regierung ruft dreitägige Trauer aus
Über jedem Grab wehte eine palästinensische Fahne. Der Angriff vom Mittwoch war der schwerste auf die Zivilbevölkerung während des seit sechs Jahren andauernden Aufstands in den palästinensischen Gebieten. Die palästinensische Regierung hat eine dreitägige Trauer ausgerufen.

UNO berät über Eregnisse um Gaza-Streifen
In New York wurde für Donnerstag eine Sondersitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen angesetzt, um über die Ereignisse im Gaza-Streifen zu beraten. Als einziger in dem Gremium vertretener arabischer Staat legte Katar einen Resolutionsentwurf vor, der das israelische Vorgehen verurteilt. Ein israelischer Heereskommandant hat einen technischen Defekt als Ursache für den Angriff bezeichnet, der offenbar Glauben geschenkt wurde.

Israel fürchtet Hamas-Attentate
Militante Palästinenser feuerten unterdessen am Donnerstag wieder Raketen auf israelische Grenzorte ab. Israelische Medien berichteten, dem Geheimdienst lägen 80 Warnungen vor geplanten Anschlägen vor. An Stadteinfahrten sowie an belebten Orten wurden landesweit die Sicherheitskontrollen verschärft.