07.04.2017 17:47 |

Tausende betroffen

Kabelbrand legte Linzer Hauptbahnhof völlig lahm

Der Linzer Hauptbahnhof ist durch einen Kabelbrand Freitagfrüh stundenlang komplett lahmgelegt worden. Alle Züge, die über ihn geführt werden, mussten gestoppt werden. Zigtausende Bahnreisende waren davon betroffen. Gegen Mittag konnte seitens der ÖBB "Brand aus" gegeben werden. Mittlerweile konnte der Fernverkehr wieder hochgefahren werden. Dieser "rollt ziemlich regelmäßig", hieß es seitens der ÖBB. Mit einer Normalisierung im Regional- und Nahverkehr wird bis Samstagnachmittag gerechnet.

Gegen 5 Uhr stieg schwarzer Rauch aus einem Kabelschacht im östlichen Bereich des Bahnhofs auf. In diesem liegen die Stromkabel zur Verkehrsdrehscheibe, weshalb die Versorgung des Bahnhofes mit Elektrizität ausfiel. Alle ein- und ausfahrenden Züge wurden gestoppt.

Da der Schacht unterirdisch verläuft, gestalteten sich die Löscharbeiten für die Berufsfeuerwehr schwierig. Augenzeugen berichteten, dass aus mehreren Öffnungen am Boden im Bahnhof grauer Qualm aufstieg.

"Brand aus" gegen Mittag
Die Helfer versuchten den Schacht mit Kohlendioxid zu fluten, um dem Feuer so den Sauerstoff zu entziehen. Der Löscheinsatz war von Erfolg gekrönt: Gegen 12 Uhr konnte schließlich "Brand aus" vermeldet werden.

Durch das weitverzweigte System an Kabelkanälen waren Brandgase auch in zwei ÖBB-Gebäude gedrückt worden. Die Einsatzkräfte stellten dort eine sehr hohe CO-Konzentration fest und brachten, unterstützt vom Stördienst der Linz AG, rund 150 Personen in Sicherheit.

Auch internationale Züge betroffen
Von dem Zwischenfall betroffen waren die West-, die Pyhrn-, die Summerauer- und die Linzer Lokalbahn, somit auch internationale Züge zwischen Deutschland sowie der Schweiz und Ungarn sowie aus und nach Tschechien.

Bis zu 90 Minuten Verspätung
Die ÖBB richteten für Fernverkehrszüge zwischen Wels-Hauptbahnhof und St. Valentin einen Schienenersatzverkehr ein. Nutzer von Regionalzügen konnten zwischen Hörsching und Linz-Kleinmünchen, zwischen Linz-Wegscheid und Linz-Hauptbahnhof sowie zwischen Linz-Hauptbahnhof und Steyregg auf Busse ausweichen.

Verspätungen im Fernverkehr "im Rahmen"
Bei den Railjets, ICE- und Intercity-Zügen laufe der Verkehr "relativ normal" für den Fahrgast, sagte ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder am frühen Abend. Verspätungen würden sich im Rahmen halten. "Es war für uns eine logistische Herausforderung, weil die Züge alle an falschen Stellen gestanden sind", schilderte der Bahnsprecher. Er geht davon aus, dass der Fernverkehr am Samstag "komplett normal" laufen werde.

Schienenersatzverkehr bleibt vorerst bestehen
Im Regional- und Nahverkehr erwarten die ÖBB bis Samstagnachmittag eine Normalisierung. Es sollen zwar bereits vorher alle Strecken bedient werden, teilweise muss man aber noch auf einen Schienenersatzverkehr oder in Dieselzüge umsteigen. Die ersatzweise fahrenden Busse hatten am Freitagabend allerdings mit weiteren Schwierigleiten zu kämpfen, denn sie steckten teilweise im Linzer Feierabendstau fest.

 krone.at
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