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02.09.2017 06:00

Wie Sie sich auf Handy-Katastrophen vorbereiten

Wasserschäden, Displaybruch oder Diebstahl: Smartphones leben gefährlich, sind für viele Nutzer aber ihr wichtigster elektronischer Begleiter. Sie sind zentraler Speicherort für Fotos, Kontakte, Notizen und andere persönliche Daten. Damit diese Infos bei einer Smartphone-Katastrophe nicht in die ewigen Jagdgründe eingehen, sollten Sie sich vorbereiten. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.

Für einen Smartphone-Nutzer gibt es gleich mehrere größte anzunehmende Unfälle. Sie reichen von klassischen Displaybrüchen, die das Gerät unbenutzbar machen, über Kontakt mit Wasser, bis hin zum gefährlichsten Zwischenfall, dem Diebstahl. Wir erklären Ihnen hier anhand einiger Smartphone-Horrorszenarien, wie sie sich im Fall der Fälle verhalten sollten - und wie Sie sich darauf vorbereiten können.

Horrorszenario A: Der Wasserschaden
Wenn Ihr Handy nicht wasserfest ist, aber versehentlich ins Wasser fällt, ist schnelles Handeln nötig. Falls das Gerät noch läuft, schalten Sie es unverzüglich aus, entfernen Sie nach Möglichkeit den Akku und trocknen Sie es bestmöglich ab. Anschließend empfiehlt es sich, es ein bis zwei Tage in eine Schale trockenen Reis zu legen. Der entzieht die noch vorhandene Feuchtigkeit. Lässt sich das Gerät nach dem Trocknen wieder einschalten und funktioniert einwandfrei, haben Sie Glück gehabt.

Um auch für den Fall gerüstet zu sein, dass das Gerät kaputt ist, sollten Sie sich auf ein solches Szenario vorbereiten. Smartphones mit Android oder iOS bieten die Möglichkeit, wichtige Daten wie die Kontakte, Termine und E-Mails ebenso wie die Fotos (via Google Fotos oder iCloud) online zu synchronisieren. Wer von dieser Möglichkeit Gebrauch macht, verliert seine Daten auch dann nicht, wenn das Smartphone kaputtgeht, sondern stellt sie einfach aus dem Internet wieder her.

Wer - etwa wegen Privatsphäre-Bedenken - nichts von der Cloud hält, sollte die Daten selbst sichern. Hier empfiehlt es sich, das Handy regelmäßig mit dem PC zu verbinden und wichtige Daten auf einem externen Datenträger zu sichern. Prinzipiell ist es auch sinnvoll, beim Smartphone eine microSD-Karte zu nutzen. Im Schadensfall kann man sie mitsamt der Daten entnehmen. Weil aber auch Speicherkarten durch Wasserschäden bedroht sind, sollte man das nicht als Ersatz für regelmäßige Backups betrachten.

Horrorszenario B: Der Displaybruch
Ein Displaybruch ist für viele Smartphones das Todesurteil. Die teure Reparatur des Displays ist gerade bei älteren oder günstigeren Modellen oft unwirtschaftlich, viele Nutzer nehmen solche Unfälle zum Anlass, gleich auf ein neueres Smartphone zu wechseln. Was aber tun, wenn das Display so stark beschädigt ist, dass man das Gerät nicht mehr bedienen kann oder es sich gar nicht mehr einschalten lässt? Die Datenrettung per PC wird dadurch immens erschwert.

Bei einem Displaybruch sind Smartphone-Nutzer im Vorteil, die ihre wichtigsten Daten auf einer microSD-Karte statt am internen Smartphone-Speicher lagern. Sie überlebt einen Sturz in aller Regel und bringt nach der Entnahme alle wichtigen Daten mit ins nächste Smartphone. Alternativ sind auch hier Backups in der Cloud oder auf einem externen Datenträger empfehlenswert.

Im Nachteil ist, wer seine Daten ungesichert am internen Speicher des Smartphones gelagert hat. Ist das Smartphone nicht mehr bedienbar oder lässt es sich gar nicht mehr einschalten, können Sie solche Daten nur mit viel Tüftelei oder bei einem Profi bergen, der dem Gerät mit Datenrettungswerkzeugen zu Leibe rückt. Solche Dienste sind aber teuer, eine kompliziertere Datenrettung kann Hunderte Euro kosten. Und es gibt keine Garantie auf Erfolg.

Horroszenario C: Der Diebstahl
Besonders fatal für Smartphone-Besitzer ist ein Diebstahl. Immerhin müssen sie sich hier nicht nur darüber Gedanken machen, wer jetzt ihre persönlichen Daten hat und wie sie diese wieder bekommen, sondern sehen sich auch noch damit konfrontiert, dass ein Fremder über das - womöglich nicht per PIN, Fingerabdruck oder Entsperrmuster gesicherte - Smartphone Zugang zu ihren Social-Media-Konten, E-Mails und anderen hochsensiblen Daten bekommt.

Wer Opfer eines Diebstahls wird, sollte bei diesen Konten unverzüglich das Passwort ändern. Immerhin kann der Dieb damit nicht nur die Identität des Opfers kapern, sondern etwa über Passwort-Reset-Links, die an die am Gerät aktive E-Mail-Adresse geschickt werden, auch andere Online-Konten kapern. Achten Sie auch darauf, dass Sie keine Zahlungsinformationen am Smartphone speichern, mit denen der Dieb Unfug treiben könnte.

Wer Vorkehrungen für einen Diebstahl treffen will, sollte sein Smartphone für eine Fernlöschung einrichten oder ihm eine Ortungsfunktion spendieren. Auf Android klappt das bei mit Ihrem Google-Konto verknüpften Geräten über den Android-Geräte-Manager. Er ermöglicht bei aktiviertem Standortdienst die Ortung des Handys, auch eine Fernlöschung oder Sperrung kann man hier veranlassen. Unter iOS können Sie die Funktion "Find my iPhone" nutzen, die ebenfalls die Ortung und Fernlöschung ermöglicht. Alternativ bieten solche Sperr- und Ortungs-Features auch diverse Virenschutzprogramme.

Was die Wiederherstellung von Daten angeht, helfen im Falle eines Diebstahls nur die angesprochenen Backup-Möglichkeiten. Wer seine Daten regelmäßig in der Cloud oder auf einem Backup-Datenträger sichert, verliert bei einem Diebstahl nur die neuesten Daten seit dem letzten Backup. Wer darauf verzichtet, hat seine persönlichen Daten möglicherweise für immer verloren.

Smartphones schützt man nicht nur durch Backups
Abschließend noch ein Tipp, der den Eintritt all dieser Szenarien zumindest etwas unwahrscheinlicher macht: Achten Sie auf Ihr Gerät! Und zwar nicht nur in dem Sinne, dass Sie es von Wasser fernhalten und auf Reisen so einstecken, dass ein Langfinger es nicht allzu leicht in die Hände bekommt. Sondern vor allem in dem Sinne, dass Sie das Gerät bestmöglich vor der Umwelt schützen.

Ein Tascherl wird zwar nicht von jedem Nutzer als sexy empfunden, kann aber bei einem Sturz das Zünglein an der Waage sein, das einen Displaybruch abwendet und Ärger mit der Reparatur und Datenrettung erspart. Am besten schützt das Smartphone dabei ein Cover mit Deckel. Aber selbst eine billige Silikonhülle, die einen Millimeter über das Display übersteht und bei Stürzen den Aufprall ein wenig abfedert, kann schon viel helfen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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