Mi, 26. September 2018

Millionen-Schaden

05.01.2017 11:09

Russland-Sanktionen: 7000 Jobs in Österreich weg

Die Sanktionen der EU gegen Russland und die Gegensanktionen des Landes haben 2015 EU-weit einen volkswirtschaftlichen Schaden von 17,6 Milliarden Euro angerichtet, zeigt eine neue Wifo-Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums. Die österreichische Wirtschaftsleistung verringerte sich aufgrund des Handelskriegs demnach um 550 Millionen Euro. Weiters haben die Russland-Sanktionen europaweit fast 400.000 Jobs gekostet, in Österreich waren es 7000.

Die Handelsbeziehungen hätten jedoch auch ohne Sanktionen drastisch gelitten, geht aus der Studie laut "Standard" hervor, besonders aufgrund der schwächelnden Wirtschaft Russlands und des drastischen Ölpreis- und Rubelverfalls. In Österreich seien daher nur 36 Prozent des Rückgangs direkt auf die Sanktionen zurückzuführen, in der gesamten EU 44 Prozent. Die europäischen Betriebe hätten auch dann einen Exporteinbruch von 22 Milliarden Euro zu verzeichnen gehabt, wenn die europäische Politik nie mit Strafmaßnahmen gegen Russland begonnen hätte.

Das Wifo hatte bereits Anfang 2015 mit einer Studie zu den Russland-Sanktionen für Aufregung gesorgt. In der damaligen Schätzung war das Wirtschaftsforschungsinstitut von bis zu 45.000 gefährdeten Arbeitsplätzen in Österreich und einem Wertschöpfungsverlust von 2,9 Milliarden Euro ausgegangen. In der neuen Studie hat das Wifo mit komplexen ökonometrischen Modellen erstmals den direkten und indirekten Schaden des Handelskriegs zwischen Russland und der EU errechnet.

Sanktionen kurz vor Weihnachten verlängert
Die EU hatte erst wenige Tage vor Weihnachten die Sanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate bis Ende Juli 2017 verlängert. Brüssel hat im Zuge des Ukraine-Konflikts zunächst auf sogenannte weiche Sanktionen gesetzt und die Reisefreiheit bestimmter Personen eingeschränkt. Nach dem Abschuss des Passagierjets mit der Flugnummer MH17 über der Ukraine wurden die Sanktionen allerdings ausgeweitet. Seither sind die Refinanzierungsmöglichkeiten von russischen Finanz- und Industriekonzernen eingeschränkt.

Direkte Export- und Importverbote gibt es von EU-Seite nur für Waren, die auch militärisch genutzt werden können, sowie für Spezialmaterial für Ölbohrungen. Russland hat umgekehrt ein Importverbot für Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der EU verhängt.

Michaela Braune
Michaela Braune

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.