"Versagens-Bonus"?

EU-Juncker kassiert 10.000 Euro Gehaltserhöhung

Ausland
28.11.2016 12:00

Während unsere Pensionisten den von der Regierung beschlossenen Extra-Hunderter kaum erwarten können, damit sie sich zum Start des neuen Jahres ein paar lang gehegte bescheidene Wünsche erfüllen können, kann sich die EU-Spitze über eine ordentliche Gehaltsspritze freuen. Allein Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kriegt aufgrund der für die rund 55.000 bei der EU Beschäftigten beschlossenen Erhöhung von 3,3 Prozent 10.204,49 Euro mehr im Jahr.

"Eine Belohnung für Versagen", nannte der britische Brexit-Befürworter und Europaparlamentarier Nigel Farrage gegenüber der "Daily Mail" die Gehalterhöhung für Juncker, der sich aufgrund des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU sowie dem "chaotischen Umgang" mit der Flüchtlingskrise bereits Rücktrittsaufforderungen gegenübersah, "und seine Eurokraten-Kumpel". Künftig verdient der EU-Kommissionspräsident rund 325.000 Euro im Jahr - fast doppelt so viel wie die britische Premierministerin und um rund 25.000 Euro mehr als der österreichische Bundeskanzler.

Aber das ist längst nicht alles, das der frühere Premierminister Luxemburgs abkassiert: Junckers heuriger Weihnachtsbonus beträgt zum Beispiel 5181,24 Euro. Fürs Wohnen gibt es ohnehin einen Zuschuss von 48.657 Euro - und 17.017 Euro für "weitere Ausgaben".

(Bild: APA/Harald Schneider)

70.000 Euro Pension, 420.000 Euro für Start ins neue Leben
Während unsere Pensionisten durchschnittlich mit rund 1000 Euro im Monat auskommen müssen, kann sich der bald 63-jährige Juncker über rund 70.000 Euro im Jahr freuen, sobald er 65 Jahre alt ist. Zudem werden ihm nach dem Ausscheiden aus seinem Amt fast 420.000 Euro bezahlt, um sich in seinem neuen Lebensabschnitt gut einfinden zu können.

Wenn Brexit amtlich, dann weniger Geld?
Ein Sprecher der EU-Kommission verteidigte die Gehaltserhöhung gegenüber der Zeitung: Es sei eine automatische Anpassung für die Beschäftigten des EU-Apparats, die Kommission "hat dabei keine Rolle gespielt" und sich die Gehaltsspritze nicht selbst verordnet. Bleibt die Frage, ob es auch eine automatische Gehaltsminderung geben wird, wenn Großbritannien aus der EU austritt. Schließlich sind Juncker und Co. dann für etwa 65 Millionen EU-Bürger weniger zuständig.

Vilimsky: "Nulllohnrunde wäre Gebot der Stunde"
Harald Vilimsky, FPÖ-Generalsekretär und Delegationsleiter im Europäischen Parlament, fordert eine "Nulllohnrunde". Das sei jetzt "das Gebot der Stunde", ebenso wie "ordentliche Steuersätze statt steuerfrei für alle EU-Funktionäre". Am besten solle Juncker "Martin Schulz folgen". Der deutsche EU-Parlamentspräsident räumt seinen Posten.

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