26.09.2016 22:28 |

Klagenfurt

Umweltgift lässt Trinkwasser-Quelle versiegen

Der Nachweis des Umweltgiftes Hexachlorbutadien in einem Klagenfurter Brunnen hat weitreichende Folgen. Da die Belastung erneut zugenommen hat, bezweifeln die Stadtwerke, dass der Brunnen wieder in Betrieb genommen werden kann. Jetzt prüft ein Gutachter den Schaden durch das Umweltgift. Eine Riesenklage droht.

Die Stadtwerke waren bei Messungen bereits vor zwei Jahren auf die erhöhten HCBD-Werte im Trinkwasser gestoßen - wir haben berichtet. Seitdem ist der Brunnen nicht mehr am Netz. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Anlage jemals wieder in Betrieb geht, ist gleich Null", sagt STW-Aufsichtsratsvorsitzender Walter Grojer.

Denn nachdem die Kontaminierung 2014 festgestellt worden war, wurden auch 2015 Werte von 0,2 bis 0,26 Mikrogramm des Umweltgiftes pro Liter gemessen. Im Mai 2016 wurde erneut ein Wert von 0,23 festgestellt, bevor jetzt sogar die Grenzwerte überschritten worden sind. "Das war erstmals vor zwei bis drei Wochen der Fall. Ab diesem Zeitpunkt ist uns ein Schaden entstanden", so der Aufsichtsrat.

Wie hoch dieser ist, prüft derzeit ein Gutachter. Sollte der Brunnen Rain, wie befürchtet wird, auch in Zukunft nicht angezapft werden können, geht es wohl um Millionen. "Wir warten das Ergebnis der Sachverständigen-Prüfung ab, dann sehen wir weiter."

Vermutet wird, dass das wasserlösliche Umweltgift von der Deponie der Donau Chemie in Brückl über die Gurk bis zum Trinkwasserbrunnen im Osten der Landeshauptstadt gelangt war. Von der Donau Chemie, deren Deponie-Altlast derzeit provisorisch gesichert wird, gab es keine Stellungnahme.

Noch nicht abgeschlossen ist unterdessen eine genaue Schadstoff-Analyse aller Trinkwasserbrunnen der Stadtwerke. Diese war nach dem HCBD-Nachweis in Rain beauftragt worden.

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