26.03.2003 16:24 |

Golfkriegs-Syndrom

Diesmal soll alles anders sein

700.000 alliierten Soldaten zogen 1991 gegen Saddam Hussein in den Krieg. Rund 20.000 klagten danach über Symptome, die ratlose Ärzte bald als das "Golfkriegs-Syndrom" bezeichneten. Heute, zwölf Jahre danach, streiten Experten noch immer über die Ursache dieser Leiden. Aber im jetzigen Krieg soll alles anders werden: Die Militärs wollen einem neuen Golfkriegs-Syndrom vorbeugen.
Bis heute misstrauen viele Veteranen, die unterden Symptomen des "Golfkriegs-Syndroms" leiden, dem Statementvon Ärzten und dem US-Militär, keine Ursache fürihr Leiden finden zu können. Lähmungserscheinungen,Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und Schmerzenverschiedener Art taten einige Verantwortliche schlicht als Folgendes Stresses der Kampfeinsätze ab. Verschwörungstheorienmachen seitdem die Runde, nach denen Gifte in den Impfstoffen,Mikroben aus geheimgehaltenen irakischen Bio-Waffen oder Medikamente,mit denen die Truppen vor chemischen Kampfstoffen geschütztwerden sollten, für die Beschwerden verantwortlich sein sollen.
 
Ständige Beobachtung des Gesundheitszustandes
Das soll beim derzeitigen Einsatz anders sein. Nachdem jetzigen Golfkrieg soll es kein mysteriöses Syndrom geben,dessen Ursache im Dunkeln bleibt. Gemeinsam mit dem Departmentof Veterans Affairs erarbeiteten die Militärs ein Monitoring-Programm,das ständig Daten über die Gesundheit der Soldaten erhebtund mit dem Aufenthaltsort und den vorgefundenen Bedingungen verknüpfenkann. Außerdem wird erfasst, welche Medikamente und Impfstoffedie Soldaten in welchen Mengen bekommen, und ob Luft, Wasser undBöden, denen die Soldaten ausgesetzt waren, verseucht waren.Wenn es diesmal ähnliche Beschwerden von Veteranen gebe,dann könne man Rückschlüsse auf die Ursachen ziehen.Dann soll nachvollziehbar sein, ob die Soldaten mit chemischenoder biologischen Kampfstoffen in Berührung kamen oder ihnenetwa bestimmte Impfstoffe oder Medikamente verabreicht wurden.
 
Viel zu wenig Information steht zur Verfügung
Der Ursprung des "Golfkriegs-Syndroms" ist bis zurjetzigen Stunde nicht eindeutig erklärbar, was Forscher vorallem auf die schlechte Datenlage zurückführen. Wedervor, während, noch nach dem 1991er Golfkrieg wurden ausreichendDaten über den Gesundheitszustand der Truppen erhoben. Niemandsammelte gesicherte Erkenntnisse, welche Truppenteile womit amEinsatzort in Berührung gekommen sein könnten. EinenZusammenhang zwischen möglichen Ursachen und Krankheitssymptomenzu erkennen ist mit den zur Verfügung stehenden Informationenkaum möglich. Im aktuellen Golfkrieg sollen Gesundheit, medizinischeBehandlung und Einsatzort der Soldaten deshalb genauestens dokumentiertwerden. Die Regierung will damit besonders eines verhindern: eineWiederholung der Vertuschungs-Beschuldigungen von Veteranen desersten Golfkrieges.
 
In der US-Armee wurden nach dem Golfkrieg von 1991mehr als 39.000 GIs aus Gesundheitsgründen entlassen. Mehrals 2.000 sollen, inoffiziellen Quellen zufolge, gestorben sein.Aber bis heute ist das Golfkriegs-Syndrom als Berufskrankheitnicht anerkannt.
Freitag, 18. Juni 2021
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