Protokoll der Tat

Die Hintergründe der Massenvergewaltigung

Österreich
16.08.2016 12:46

Der Schock nach dem Bekanntwerden der Massenvergewaltigung einer 28-jährigen Deutschen in der Silvesternacht in Wien sitzt tief. Neun Flüchtlinge aus dem Irak hatten den betrunkenen Zustand der Frau schamlos ausgenützt, sie in eine Wohnung gebracht und dort nacheinander vergewaltigt. Ein Protokoll der grausamen Tat, die auch an die Gruppenvergewaltigung einer 21-jährigen Studentin im April am Wiener Praterstern erinnert:

  • Es ist der 31. Dezember 2015. Die letzten Stunden des Jahres will die 28-Jährige aus Niedersachsen mit ihrer Freundin in Wien verbringen. Die Frauen freuen sich auf eine ausgiebige Partynacht. Die beiden verschlägt es auf den Schwedenplatz.
  • Es schlägt Mitternacht: Feuerwerke erhellen den Nachthimmel, Tausende Menschen feiern - die beiden Frauen mittendrin. Sie feiern ausgelassen, dabei fließt reichlich Alkohol. Und dann passiert es: Die Deutsche verliert ihre Freundin.
  • Irgendwann zwischen Mitternacht und 2 Uhr dürften die Iraker dann auf die betrunkene Frau aufmerksam geworden sein. "Wie viele Männer zu diesem Zeitpunkt dabei waren, können wir nicht sagen, da sich das Opfer nur schemenhaft an die Nacht erinnern kann", sagt Polizeisprecher Paul Eidenberger gegenüber krone.at. Die 28-Jährige vermutet, dass ihr die Täter K.o.-Tropfen verabreicht haben, die Polizei kann das jedoch nicht bestätigen.
  • Fakt ist, dass die Männer die Deutsche gegen 2 Uhr in die Wohnung in die Rustenschacherallee in der Leopoldstadt gebracht haben. Dort vergewaltigen die Iraker die Frau nacheinander.
  • Gegen 6 Uhr begleiten die Flüchtlinge die verängstigte 28-Jährige auf die Straße. Die Frau fährt zur Polizei und erstattet Anzeige.

Wie geht es jetzt weiter?
Am vergangenen Wochenende klicken nach langwierigen Ermittlungen die Handschellen für die neun Iraker, die allesamt die Tat leugnen. Am Dienstag wurde über alle neun Verdächtigen die U-Haft verhängt. Doch wie geht es jetzt weiter? "Der Staatsanwalt wird Anklage erheben", so Eidenberger. Den Männern - es handelt sich teilweise um anerkannte Flüchtlinge sowie Asylwerber - wird dann der Prozess gemacht. Im Fall einer Vergewaltigung drohen ein bis zehn Jahre Haft. In besonders schweren Fällen liegt der Strafrahmen bei fünf bis 15 Jahren.

Erinnerungen an Gruppenvergewaltigung am Praterstern
Der erst jetzt bekannt gewordene Fall erinnert unweigerlich an die Gruppenvergewaltigung einer 21-jährigen Studentin im vergangenen April auf einer Damentoilette am Wiener Praterstern. Drei junge Asylwerber aus Afghanistan waren über die junge Frau hergefallen und hatten sie brutalst vergewaltigt. Nur wenige Minuten nach der Tat konnten die Männer gefasst werden. Seither sitzen die Afghanen in U-Haft. Die zuständige Richterin ging bei der Haftverhandlung Anfang August weiterhin von Tatbegehungsgefahr aus, die Zeit bis zum Prozess werden die Männer also weiter hinter Gittern verbringen.

Iraker nach Vergewaltigung zu sechs Jahren Haft verurteilt
Bereits verurteilt wurde ein irakischer Flüchtling, der sich am 2. Dezember des Vorjahres im Theresienbad in Wien-Meidling an einem zehn Jahre alten Buben vergangen hatte. Der 20-Jährige fasste sechs Jahre Haft aus.

Der 20-Jährige war in erster Instanz zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
Der 20-Jährige war in erster Instanz zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
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