Mo, 21. Jänner 2019

ÖFB-Abschied

29.06.2016 16:33

Fuchs: Rücktrittsgedanken schon vor der EURO

Bevor er in New York schlafen ging, stellte Teamkapitän Christian Fuchs das Video mit seiner Rücktrittserklärung auf Facebook (siehe Video oben). Die WM 2018 verlor den Reiz für ihn. Sein Berater Thomas Böhm betonte: "Christian beschäftigte sich bereits vor der EURO mit einem möglichen Rücktritt."

Genau eine Woche nach dem 1:2 gegen Island sorgte Christian Fuchs vom Big Apple in New York aus, wo seine Gattin mit den Söhnen wohnt, für einen Paukenschlag. Bevor er nach Mitternacht schlafen ging, stellt er ein Video mit seiner Rücktrittserklärung auf Facebook.

78 Länderspiele
Das Match gegen Island war sein 78. und letztes für Österreich. Damit steht er in der Rangliste der Teamberufungen, die Andi Herzog mit 103 anführt, an achter Stelle. Der Rücktritt mit Dank an Fans, Mitspieler, Betreuer und Trainer (an die als Letztes) kam unerwartet. Am Tag nach dem EURO-Aus klang es noch ganz anders.

Fuchs kam mit Teamchef Marcel Koller, der ihn im August 2012 statt Marc Janko zum Kapitän bestimmt hatte, und Sportchef Willi Ruttensteiner zur Abschiedspressekonferenz, bat, Fragen zuerst an ihn zu stellen, da er unter Zeitdruck stehe. Die Familie wartete in einem Haus bei Avignon. Er versicherte, nach einem vierwöchigen Urlaub mit Komplett-vom Fußball Abschalten, wieder voll durchstarten zu wollen. Aber es kam anders.

Wusste Koller davon? Denn nachdem sich Fuchs bei ihm und Ruttensteiner mit Handschlag verabschiedet hatte, warf der Teamchef damals ein: "Wir müssen abwarten, ob in den nächsten Wochen Spieler kommen und mir erklären, dass sie nicht mehr im Team spielen wollen." Da dachte aber keiner an den Kapitän, den Koller seit acht Jahren kennt.

Zuviel Stress
Thomas Böhm, der seit damals die Fuchs-Karriere perfekt managte, erzählte, der Rücktrittsgedanke sei ihm seit Wochen im Kopf herumgespukt. Der Stress mit Leicester, Team und Familie in New York wurde ihm zu viel. Der Preis, von der Familie getrennt zu leben, schien ihm zu hoch. So verlor die WM 2018, mit der er seine Teamkarriere beenden wollte, ihren Reiz. Aber die Trennung von der Familie bleibt: Sein Vertrag in Leicester läuft bis 2018.

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