25.08.2006 14:16 |

Asiatischer "Ötzi"

2.500 Jahre alte Eismumie in Mongolei gefunden

Sie gilt als "Sensationsfund" und fasziniert die Forscher ähnlich wie der berühmte "Ötzi": Ein internationales Team um das Deutsche Archäologische Institut (DAI) hat in der Mongolei eine rund 2.500 Jahre alte Eismumie geborgen. Die Archäologen seien in 2.600 Meter Höhe auf einen intakten Grabhügel mit kunstvollen Grabbeigaben gestoßen, berichtete DAI-Präsident Hermann Parzinger.

Die Skythen waren ein indoeuropäisches Reitervolk, das in den weiten Steppen Eurasiens lebte. Bis auf das Gesicht ist die Mumie des Kriegers, der wohlhabend gewesen sein muss, ungewöhnlich gut erhalten. Sogar die Filzhaube ist noch intakt, auch Tätowierungen sind erkennbar. Fast 170 Wissenschaftsdisziplinen können sich nun mit dem Fund, der großenteils nach Ulan Bator geflogen wurde, beschäftigen. Selbst der Mageninhalt der zwei Pferde, die neben dem Krieger begraben waren, bietet dank der natürlichen Tiefkühlung noch Stoff fürs Labor.

Die "Eiskurgane", die Grabhügel im entlegenen Altai-Gebirge im Dreiländereck China, Russland und Mongolei, interessieren die Fachleute schon seit Jahrzehnten. Drei Mal suchten die Archäologen auf ihrer wochenlangen Expedition vergeblich. Dann stießen sie auf den mit zwölf Metern Durchmesser größten Hügel des Ausgrabungsortes.

Ausgerechnet dieses Grab war nicht geplündert und enthielt sogar noch 2.500 Jahre alte Fleischreste und Geschirr. Die Mumie, die auf dem Eis konserviert wurde, ist in einen Pelz aus Murmeltierfell und mit Filzstiefeln gekleidet. Außerdem lagen unter den Balken aus Lärchenholz noch ein Dolch und ein Bogen samt Köcher mit Pfeilen. Parzinger erhofft sich nun neue Erkenntnisse zur vorchristlichen "Pazyryk"-Kultur (5. bis 3. Jahrhundert v. Chr.).

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