26.06.2006 10:30 |

Bildung

Bildungschancen regional ungleich verteilt

Die Bildungschancen in Österreich sind regional ungleich verteilt. Das zeigen Daten aus der letzten Volkszählung. Demnach schwanken die Übertrittsquoten von der Volksschule in die AHS-Unterstufe je nach politischem Bezirk zwischen unter einem Prozent (Hermagor) bis über 70 Prozent (in den Wiener Bezirken Hietzing, Innere Stadt und Josefstadt).

Anders als in anderen Untersuchungen über die AHS-Übertrittsraten wurden dabei nicht nur die Quoten für die jeweiligen Schulstandorte erhoben, sondern auch jene für die Wohnorte der Kinder. Dabei zeigen sich durchaus überraschende Ergebnisse: So ist etwa nicht Wien (49 Prozent) die Stadt, in der die dort gemeldeten Kinder am häufigsten in die AHS-Unterstufe gehen, sondern Graz und Mödling (jeweils 54 Prozent). Grund sind die zahlreichen Einpendler aus dem niederösterreichischen "Speckgürtel" in die Bundeshauptstadt.

Neben Hermagor (Kärnten) gehen auch in Bezirken wie Deutschlandsberg, Feldbach, Murau und Radkersburg (alle Steiermark) mehr als 90 Prozent aller Kinder in eine Hauptschule. AHS-Übertrittsquoten von nur knapp über zehn Prozent haben außerdem Hartberg (Steiermark), Perg (OÖ), Zwettl (NÖ), Landeck und Schwaz (beide Tirol). Grund ist die mangelnde Verfügbarkeit von AHS in der Nähe des Wohnortes.

Generell lasse sich sagen, dass "in den peripheren Gebieten Bildungsreserven liegen, die gehoben werden könnten", meinte Univ. Prof. Heinz Fassmann vom Institut für Geographie und Regionalforschung an der Uni Wien. Die Unterschiede zwischen Hauptschule und AHS-Unterstufe würden in der weiteren Bildungskarriere im Prinzip perpetuiert. Wer nicht in der AHS-Unterstufe gewesen sei, gehe nach der Hauptschule auch nicht in die AHS-Oberstufe.

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