Sa, 19. Jänner 2019

Kritik an Forschung

19.12.2015 15:16

Mit DNA-Mix bis zu 32 "Eltern" für ein Baby

Der wissenschaftliche Fortschritt werde es schon bald möglich machen, dass Kinder nicht nur das Erbgut von zwei Elternteilen tragen, warnt nun Sonia M. Suter, eine Juristin der George Washington University. Der Hintergrund: Mit einer neuen Methode namens In-vitro-Gametogenese (IVG) kann mittels "DNA-Mix" das Erbgut von drei bis 32 (!) Menschen in eine Eizelle "eingebaut" werden.

Durch die Einschleusung der DNA einer dritten oder mehr Personen in die Eizelle trägt ein solches Kind nicht mehr nur die Gene seiner natürlichen Eltern. Kritiker sehen durch die IVG-Technologie die Schleusen geöffnet, die dazu führen könnten, dass schon in naher Zukunft im Labor quasi Babys nach Maß produziert werden.

Bei Mäusen funktioniert die Methode mit dem "DNA-Mix" bereits, berichten Forscher. Habe ein mittels IVG erzeugter Embryo vier Elternteile, dann besitze der Nachwuchs je 25 Prozent des genetischen Materials der vier Personen, bei 32 "Eltern" liege der Anteil nur bei jeweils rund drei Prozent, so die Experten.

Manche Forscher sehen in der Methode einen Segen, der es beispielsweise Paaren, die Träger von Erbkrankheiten sind, ermöglicht, Babys zu haben, die frei von den betreffenden Erkrankungen sind. Andere, wie etwa Professorin Suter von der George Washington University, warnen davor, dass eine "multiple Elternschaft" zu Konflikten und Irritationen über die Rolle der Familie führen könnte.

Erst Anfang Februar hat das britische Unterhaus einem Gesetzesentwurf zugestimmt, der es Ärzten künftig ermöglicht, unter ganz bestimmten Umständen die Erbmasse von drei Elternteilen für die Erzeugung eines Embryos zu nutzen. Damit soll Paaren, die von einer schweren Erbkrankheit betroffen sind und riskieren, diese an ihr Kind weiterzugeben, die Chance gegeben werden, durch ein "Drei-Eltern-Baby" gesunden Nachwuchs zu bekommen.

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