Mo, 19. November 2018

Gefangenenaustausch

01.12.2015 12:39

Libanon lässt Ex-Frau von IS-Chef Baghdadi frei

Die frühere Frau von IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi ist offenbar im Zuge eines Gefangenenaustauschs zwischen dem Libanon und der radikalislamischen Al-Nusra-Front am Dienstag aus der Haft freigekommen. Libanons Regierung habe insgesamt 13 Häftlinge mit Verbindungen zu dem syrischen Al-Kaida-Ableger im Gegenzug für 16 libanesische Soldaten freigelassen, hieß es aus libanesischen Sicherheitskreisen.

Saja al-Dulaimi war vor circa sechs Jahren mit dem - mittlerweile zum "Kalifen" der Terrormiliz Islamischer Staat aufgestiegenen - Iraker Baghdadi verheiratet. Sie war Ende November des Vorjahres zusammen mit ihrer Tochter, angeblich ein gemeinsames Kind mit dem IS-Terrorpaten, bei der Einreise aus Syrien im Libanon festgenommen worden. Laut den Libanesen hatte sie versucht, mit gefälschten Dokumenten einzureisen.

Ex-Frau des Terrorpaten will in die Türkei
Seit rund einem Jahr hatte der IS die Freilassung der Ex-Frau des IS-Anführers und weiterer weiblicher Häftlinge gefordert. Laut libanesischen Angaben wurde Dulaimi nun zusammen mit vier weiteren Muslima aus der Gefangenschaft entlassen. Sie wolle nun in die Türkei reisen, hieß es.

Videoaufnahmen des Nachrichtensenders Al-Jazeera sollen Baghdadis Ex-Frau mit einem Kleinkind im Arm bei der Freilassung zeigen. In einem Auto des libanesischen Roten Kreuzes wird sie dann zusammen mit dem Kleinkind und einem Mädchen (siehe Bild oben) weggebracht:

Eine offizielle Bestätigung dafür, dass es sich bei der im Bild gezeigten verschleierten Frau tatsächlich um Dulaimi handelt, gibt es vorerst nicht. Al-Jazeera berief sich auf verlässliche Quellen innerhalb der libanesischen Armeeführung.

13 Terror-Häftlinge gegen 16 Soldaten getauscht
Insgesamt ließ der Libanon am Dienstag 13 Häftlinge mit Verbindungen zum Islamischen Staat und der Al-Nusra-Front frei. Im Gegenzug kamen 16 libanesische Soldaten frei, die der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida im August des Vorjahres in der libanesischen Grenzstadt Arsal in seine Gewalt gebracht hatte. Über Monate hatten beide Seiten über einen Gefangenenaustausch verhandelt. Vermittelt wurde er von einem Vertreter des Golfemirats Katar.

Als Teil des Abkommens dürfen nun zudem Hilfstransporte nach Arsal. Die Grenzstadt ist eine Hochburg der in Syrien kämpfenden Al-Nusra-Front. Neun Soldaten, die in der Gewalt des IS sein sollen, fielen jedoch nicht unter die Abmachung, hieß es aus den libanesischen Sicherheitskreisen weiter.

Dschihadisten übergaben auch Leiche von getötetem Soldaten
Die Al-Nusra-Front übergab zudem die Leiche eines von ihr im vergangenen Jahr getöteten libanesischen Soldaten an den Libanon. Die sterblichen Überreste des Soldaten, der von den Dschihadisten im August 2014 zusammen mit Dutzenden weiteren Soldaten und Polizisten aus Arsal verschleppt worden war, sei am Dienstag gemäß einer zuvor getroffenen Vereinbarung dem libanesischen Roten Kreuz übergeben worden, teilten die Sicherheitsbehörden mit.

Die blutigen Konflikte in Syrien greift immer wieder auf den Libanon über. Im Grenzgebiet kommt es regelmäßig zu Gewalt zwischen Extremisten und der Armee. Mehr als eine Million Syrer haben sich nach UN-Angaben im Libanon als Flüchtlinge registrieren lassen.

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