So, 19. August 2018

EU wird erpresst

03.11.2015 15:59

Jetzt droht Libyen mit "Tausenden Flüchtlingen"

Sofortige Anerkennung als "Regierung" (und damit auch Finanzhilfe) fordert nun Libyens "General National Congress": Sollte die EU nicht unverzüglich die Bürgerkriegspartei unterstützen, wird mit der Entsendung von "Tausenden Flüchtlingen von Afrika nach Europa" gedroht.

In Libyen erinnerten sich jetzt die Machthaber des Landesteils rund um Tripolis, dass diese Art von Erpressung bereits einmal geklappt hat: Es war der 2011 getötete Langzeit-Diktator Muammar al-Gadafi, der vor zehn Jahren Europa mit "Tausenden Flüchtlingen" gedroht hatte. Seine Worte damals: "I'll turn Europe black" (Ich werde Europa schwarz färben). Gadafi erhielt daraufhin die gewünschten EU-Milliarden aus Brüssel.

Zehn Jahre später spielt der "General National Congress", eine der beiden großen Bürgerkriegsparteien in Libyen, diese Karte wieder aus. So betonte Regierungssprecher Jamal Zubia im Interview mit der britischen "Telegraph": "Wir können jederzeit Tausende Flüchtlinge, die jetzt bei uns in Libyen aufgefangen worden sind und versorgt werden, in Boote setzen und nach Europa schicken. Warum sollen wir noch die millionenteure Versorgung dieser Menschen tragen, wenn uns die EU nicht als Staat anerkennt?"

"Gadafi hat Europa ebenfalls so gedroht"
Angeblich gibt der "General National Congress" pro Jahr mehr als 110 Millionen Euro für die Versorgung jener Flüchtlinge aus, die sich bis zur nordafrikanischen Mittelmeerküste durchschlagen konnten.

Einer offiziellen Anerkennung durch die EU würde vermutlich auch die Forderung nach umfassender finanzieller Lösung des Flüchtlingsproblems folgen. Jamal Zubia ist durchaus optimistisch, dass Brüssel einlenkt: "Gadafi hat Europa ebenfalls so gedroht - und die Europäer knieten dann vor ihm."

Video aus dem Archiv: Einer der letzten großen öffentlichen Auftritte Muammar al-Gadafis vor dem Aufstand in Libyen im Jahr 2011.

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