Die Familie von Virginia Giuffre hat die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor ausdrücklich begrüßt. „Endlich wurden unsere gebrochenen Herzen etwas erleichtert – niemand steht über dem Gesetz, nicht einmal ein Royal“, erklärten Giuffres Geschwister in einer Stellungnahme, die US-Medien veröffentlichten.
Zugleich dankten sie der Thames Valley Police für die Ermittlungen und die Festnahme. „Er war nie ein Prinz“, heißt es weiter. „Für Überlebende überall – Virginia hat das für euch getan.“ Giuffre hatte im Vorjahr im Alter von 41 Jahren Suizid begangen.
Sexueller Missbrauch und Trafficking
Giuffre war Opfer des Pädokriminellen Jeffrey Epstein, der sie ihren Angaben zufolge Männern wie Andrew zur Verfügung gestellt hatte, als sie noch sehr jung war.
Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe. Die Epstein-Akten zeigen, dass Andrew Mountbatten-Windsor – ebenso wie seine Ex‑Frau Sarah Ferguson – weiterhin Kontakt zu dem verurteilten Sexualstraftäter hielt.
Einen Monat nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
Fehlverhalten im Amt
Die britischen Behörden haben Andrew am Donnerstag wegen des Verdachts auf „misconduct in public office“ festgenommen, also wegen Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit als Handelsgesandter. Die Festnahme erfolgte nicht direkt wegen der Missbrauchsvorwürfe, die Giuffre in der Vergangenheit gegen ihn erhoben hatte. Jedoch sind in den Epstein-Files E-Mails aufgetaucht, die nahelegen, dass Andrew geheime Papiere an Epstein geschickt hat. Andrew befindet sich weiterhin in Polizeigewahrsam.
Der Fall erhält neue Brisanz durch die jüngste Veröffentlichung weiterer Unterlagen aus den sogenannten Epstein-Akten, die erneut Fragen zu Andrews Beziehung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aufwerfen. Andrew weist sämtliche Vorwürfe zurück und hat bislang wiederholte Aufforderungen aus den USA, zu möglichen Kenntnissen über Epsteins Taten auszusagen, nicht angenommen.
König: „Gesetz muss einen Lauf nehmen“
Der britische König Charles III. hat die Nachricht über die Festnahme seines jüngeren Bruders „mit größter Besorgnis“ zur Kenntnis genommen. „Lassen Sie mich klarstellen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen“, teilte der König in einer schriftlichen Stellungnahme mit. „Was nun folgt, ist ein umfassendes, faires und ordnungsgemäßes Verfahren, in dem diese Angelegenheit in angemessener Weise und durch die zuständigen Behörden untersucht wird.“
Die Polizei habe die „uneingeschränkte und vorbehaltlose Unterstützung und Zusammenarbeit“, machte Charles klar und betonte: „Während dieses Verfahren andauert, wäre es nicht richtig, wenn ich mich weiter zu dieser Angelegenheit äußern würde.“ Die königliche Familie werde weiter ihre Pflichten erfüllen.
Neben der Festnahme des 66-Jährigen, der am Donnerstag auch Geburtstag hat, gab die Polizei am Donnerstag auch die Durchsuchung von zwei Grundstücken in England bekannt.
König Charles III. hatte seinem Bruder wegen des Epstein-Skandals bereits Ende vergangenen Jahres alle Titel und Ehren entzogen, nachdem posthum die Memoiren des Epstein-Opfers Virginia Giuffre erschienen waren.
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