28.10.2015 11:50 |

Cup-Duell

Rapid und Austria Salzburg nicht in Bestbesetzung

Rekordmeister Rapid ist in der Bundesliga vom Erfolgskurs abgekommen. Viel Zeit zum Trübsal blasen bleibt aber nicht, gastiert doch bereits drei Tage nach dem bitteren 1:2 im Wiener Derby gegen die Austria am Mittwoch (20.30 Uhr) Austria Salzburg im Ernst-Happel-Stadion. Im ÖFB-Cup-Achtelfinale werden beide Teams auch im Hinblick auf andere Bewerbe nicht in Bestbesetzung antreten.

"Wir haben einige angeschlagene Spieler in unseren Reihen, es wird mit Sicherheit Veränderungen geben", kündigte Rapid-Trainer Zoran Barisic an. Die dürfte es in allen Mannschaftsbereichen geben, mit Ausnahme des Goalies. Richard Strebinger wird wie schon im Derby den noch nicht fitten Jan Novota ersetzen. "Es ist ein sehr wichtiges Spiel für uns", betonte Barisic. Vor allem auch aufgrund der jüngsten Misserfolge in der Meisterschaft dürfen die Wiener die Partie nicht auf die leichte Schulter nehmen.

"Wir wissen, dass wir Favorit sind, haben aber Respekt vor jedem Gegner. Wir werden alles unternehmen, um im Cup den nächsten Schritt zu machen", sagte Rapids Coach. Dass es sich dabei um ein schwieriges Unterfangen handeln könnte, wissen die Wiener aus eigener Erfahrung. In der zweiten Cup-Runde wurde gegen Amstetten der Aufstieg ja erst im Elfmeterschießen sichergestellt.

Rapid will Sieg in 90 Minuten
Diesmal wollen die Rapidler Überstunden tunlichst vermeiden, geht es doch mit englischen Runden weiter. Am Samstag wartet im Heimspiel der Fünfte Sturm Graz, am Donnerstag in einer Woche folgt das vierte Europa-League-Spiel auswärts gegen Viktoria Pilsen. Während die Barisic-Truppe in der Europa League nach drei Partien noch eine weiße Weste hat, verlor sie in der Meisterschaft zuletzt im Titelrennen an Boden. Nach drei Niederlagen in Serie fehlen plötzlich fünf Zähler auf Red Bull Salzburg und die Austria.

Hier sehen Sie nochmal die Highlights des 315. Wiener Derby:

"Die Niederlage gegen die Austria schmerzt nach wie vor", gab Barisic zu. Von einer Stürmerkrise nach dem Abgang von Robert Beric im Sommer will man im Lager der Wiener nichts wissen. "Wir haben momentan nicht den Goalgetter. Aber ich würde es nicht hochdramatisieren, die Stürmer haben nicht so viele Chancen gehabt, wir müssen gemeinsam Lösungen finden, um wieder mehr Chancen herauszuarbeiten", sprach Rapid-Mittelfeldspieler Stefan Schwab Klartext.

Andersen: "Meisterschaft größere Rolle"
Genauso wie die Rapidler werden auch die Salzburger, im Hinblick auf das Erste-Liga-Match bei Wacker Innsbruck am Montag, nicht ihre beste Elf aufs Feld schicken. "Ich werde einige junge Spieler schonen, die zuletzt viel gespielt haben. Für uns spielt die Meisterschaft eine viel größere Rolle, da möchten wir überleben", sagte Salzburg-Coach Jörn Andersen.

Eine Sensation wird trotzdem angepeilt. "Für uns ist es ein Bonusspiel, in dem wir nichts zu verlieren haben. Auf dem Papier ist das Spiel schon vorher entschieden, aber Rapid ist in einer Phase, wo sie sehr viele Spiele haben. Ich denke, dass sie den Cup nur an die dritte Stelle stellen", hoffte der Norweger. Die Salzburger, bei denen Ernst Öbster leicht angeschlagen ist, sind als Aufsteiger in der Erste Liga mit 14 Punkten nach 14 Spielen Vorletzter, vier Zähler fehlen auf den ersten Nichtabstiegsrang.

Beide Mannschaften können im Happel-Oval auf die Fan-Unterstützung bauen. Bis Dienstagmittag waren 6.500 Karten verkauft, mehr als 2.000 Anhänger werden den Gästen die Daumen drücken. "Es ist ein Duell mit sehr viel Brisanz, das sieht man auch daran, dass so viele Fans mitkommen", weiß Schwab, ein Salzburger in Diensten der Wiener. Die Gäste fiebern dem Anpfiff entgegen. "Ein Spiel gegen den Rekordmeister ist ohne Frage das Highlight meiner Karriere", sagte Salzburg-Tormann Stefan Ebner.

Rapid ist zwar mit 14 Titeln die nach der Austria erfolgreichste Cup-Mannschaft, der Cup und Rapid, das ist aber schon seit Jahren keine Liebesbeziehung mehr. Der letzte Titel wurde vor 20 Jahren (1995) geholt. Seit damals gab es nur 2005 eine weitere Final-Teilnahme, die mit einer 1:3-Niederlage gegen die Austria endete. In der vergangenen Saison war für die Wiener im Viertelfinale gegen den WAC Endstation.

Mattersburg gegen Wattens
Im zweiten Mittwochspiel (18.30) ist Mattersburg bei Regionalliga-West-Tabellenführer WSG Wattens zu Gast. "Wir wollen noch längere Zeit in diesem Bewerb dabeibleiben", betonte Mattersburg-Trainer Ivica Vastic. Der Gegner wird von den Burgenländern nicht auf die leichte Schulter genommen. "Die Wattener sind eine Profitruppe im Amateurbereich, ein unangenehmer Gegner", weiß der Ex-Internationale. Das bekam im Cup bereits der Kapfenberger SV zu spüren

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