29.05.2006 20:20 |

"Tod Amerika!"

Aufstand gegen die USA in Afghanistan

Nach dem Zusammenstoß eines US-Militärfahrzeugs mit Zivilfahrzeugen in Kabul ist es zu den schwersten Ausschreitungen in der afghanischen Hauptstadt seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 gekommen. Mindestens 20 Menschen sind bei den anti-amerikanischen Unruhen am Montag getötet worden.

Auslöser war ein Unfall, bei dem nach Augenzeugenberichten ein US- Konvoi aus drei Geländewagen auf einen Stau auffuhr. Mindestens drei Menschen wurden getötet und 16 verwundet, wie ein Polizeisprecher mitteilte. "Der amerikanische Konvoi hat alle Fahrzeuge in seinem Weg gerammt. Sie kümmerten sich überhaupt nicht um die Zivilisten", sagte ein Ladenbesitzer.

Amerikanische und afghanische Truppen schossen nach Polizeiangaben im Anschluss auf Demonstranten, die "Nieder mit Amerika" skandierten und Steine warfen. Ein Demonstrant sei von US-Soldaten erschossen worden. Die US-Streitkräfte bestätigten, dass amerikanische Soldaten in den Unfall verwickelt gewesen seien. Doch gebe es zunächst keine Hinweise, dass diese auf Demonstranten geschossen hätten.

"Tod Amerika!"
Tausende aufgebrachte Afghanen zogen daraufhin zum Palast von Präsident Hamid Karzai und skandierten: "Tod Karzai! Tod Amerika!". Läden und Häuser wurden geplündert, aus der Richtung der amerikanischen Botschaft waren Schüsse zu hören.

Erst am Nachmittag beruhigte sich die Lage in der afghanischen Hauptstadt. Für die Nacht hat die afghanische Regierung eine Ausgangssperre über Kabul verhängt.