So, 22. Juli 2018

Dank "Spitzer"

02.08.2015 08:02

Astronomen finden den erdnächsten Gesteinsplaneten

Aus astronomischer Sicht quasi vor unserer Haustür hat ein Astronomen-Team jetzt den unserem Sonnensystem nächstgelegenen Felsplaneten entdeckt. Die Supererde HD 219134b ist "nur" 21 Lichtjahre von uns entfernt und rund 1,6-mal so groß wie die Erde, berichtet die amerikanische Weltraumbehörde NASA auf ihrer Website.

Der Exoplanet HD 219134b kreist um einen am Nachthimmel mit freiem Auge rechts neben dem markanten "W" des Sternbilds Kassiopeia sichtbaren Stern (HD 219134). Die Supererde ist zwar selbst mit Teleskopen nicht zu sehen, konnte aber nun mithilfe des Weltraumobservatoriums "Spitzer" identifziert werden, weil sie alle drei Tage vor ihrem Zentralgestirn vorbeizieht und dieser Transit zu einem minimalen Helligkeitsabfall von dessen Licht führt.

Umkreist sein Zentralgestirn in nur drei Tagen
Der Planet HD 219134b umkreist seinen Stern derart dicht, dass er für einen Umlauf gerade einmal drei Tage benötigt. Das bedeutet, dass es auf seiner Oberfläche viel zu heiß für Leben - so wie wir es kennen - ist. Er ist 1,6-mal so groß wie die Erde, hat die 4,5-fache Masse dieser und gehört damit zu den sogenannten Supererden, so die NASA auf ihrer Website. Neben HD 219134b kreisen - auf leicht größeren Orbits - noch drei weitere Planeten um den Stern mit der Katalognummer HD 219134, berichten die Astronomen.

"Stein von Rosetta" für Wissen über Supererden?
"Die meisten bisher bekannten Exoplaneten sind Hunderte Lichtjahre entfernt. Dieser liegt aber praktisch vor unserer Haustür", wird der Astronom Lars A. Buchhave vom Havard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge (Massachusetts) auf der Website der NASA zitiert. Man wisse bis dato noch recht wenig über Supererden, von denen es in unserer Galaxie viele gebe. "Mit HD 219134b haben wir nun einen Vertreter, den wir intensiv und genau untersuchen können", sagt Michael Gillon von der University of Liege in Belgien. "Dieser Planet wird vielleicht zu einer Art 'Stein von Rosetta' für unser Wissen über Supererden", so der Wissenschaftler.

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