Nach dem 2:2-Remis gegen Altach mussten die Bullen ihre Meisterfeier verschieben. Doch das Bundesliga-Spiel war von mehreren Schiedsrichter-Fehlleistungen geprägt. Die umstrittenste Entscheidung ereignete sich in der 74. Minute (oben im Video zu sehen ab 03:05). Altachs Patrick Seeger stolperte im Strafraum im Laufduell mit Martin Hinteregger. Schiedsrichter Schüttengruber entschied überraschend auf Elfmeter und Rot für den Innenverteidiger.
Nach dem Spiel wies der Unparteiische alle Vorwürfe zurück: "Auch nach dem Videostudium ist eine Entscheidung sehr schwer zu treffen. Ich würde nicht von einer richtigen oder einer Fehlentscheidung sprechen. Es war ein Kontakt da." Hinteregger war außer sich. Hannes Aigner brachte die Altacher 2:1 in Führung, Marcel Sabitzer rettete jedoch kurz vor Schlusspfiff noch das 2:2-Unentschieden.
Hütter: "Elfmeter war ein Witz"
Auch Bullen-Coach Adi Hütter schäumte: "Der Elfmeter war ein Witz, mehr will und kann ich dazu nicht sagen." Sogar Altach-Trainer Damir Canadi stimmte zu: "Der Elfmeter und die Rote Karte waren Fehlentscheidungen, aber davor war auch die Hand bei Salzburg im Spiel, das wäre ein klarer Elfer für uns gewesen."
Für Martin Hinteregger war es bereits der dritte Ausschluss unter Schiedsrichter Schüttengruber. Beim 4:0-Sieg im Cup-Viertelfinale in Altach vor einigen Wochen musste der Innenverteidiger wegen eines angeblichen Faustschlags an Hannes Aigner frühzeitig vom Feld. Im September sah er im Spiel gegen die Austria Gelb-Rot.
"Schüttengruber soll sich entschuldigen"
"Die Szene sagt alles. Er soll sich einmal für die Fehlentscheidungen entschuldigen. Sogar Seeger sagt, dass es keiner (Anm. Elfmeter) war", zeigte sich Hinteregger wütend. Für ihn war die Entscheidung nicht gerechtfertigt: "Ich nehme vor dem Abschluss Tempo heraus, habe nicht gerechnet, dass er von hinten kommt und spitzelt mir den Ball weg. Kontakt war da, aber den muss er nicht pfeifen."
"Leistung von ihm war fehlerhaft"
Nach den Fehlpfiffen meldete sich auch Robert Sedlacek, der Vorsitzende der ÖFB-Schiedsrichterkommission zu Wort und kritisierte Schüttengruber scharf: "Die Leistung von ihm war fehlerhaft und unglücklich. Das kann passieren. Aber die Äußerungen im TV sind für mich völlig unverständlich."
Sedlacek kann sich demnach nicht vorstellen, dass Schüttengruber nach dem TV-Studium noch an eine richtige Entscheidung glaubte: "Das ist ein FIFA-Referee. Auf diesem Niveau und nach den eindeutigen TV-Bildern ist es unvorstellbar, so etwas nicht zu sehen. Wir weisen die Schiedsrichter ja auch darauf hin, dass sie öffentlich zu ihren Fehlern stehen sollen. Das hätte ich mir erwartet."
Saisonende für Schüttengruber
Der Wiener wird das Vier-Augen-Gespräch mit dem Referee suchen, der diese Saison nicht mehr zum Zug kommen wird. "Ich halte ihn weiter für einen korrekten Sportler, aber er bekommt eine Pause. Es wird sicher keine Justament-Besetzungen geben, um weiter Aufregung zu schüren."
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