"Uns hat nur ein wenig Glück gefehlt", meinte Trainer Carlo Ancelotti. Seine Zukunft bei Real Madrid steht in den Sternen. Möglicherweise saß der italienische Ex-Juve-Coach zum letzten Mal im Bernabeu-Stadion für die Madrilenen auf der Bank. Für die ausstehenden zwei Punktspiele in der spanischen Liga wurde er gesperrt. Bleibt Ancelotti, dessen Vertrag noch bis 2016 läuft, auch in der nächsten Saison Trainer von Real? Emilio Butragueno wurde diese Frage mehrmals gestellt, aber das Vorstandsmitglied blieb eine Antwort schuldig.
Ancelotti "würde gerne bleiben"
"Ich würde gerne bleiben", sagte Ancelotti. "Aber ich weiß, wie die Dinge im Fußball laufen. Wenn der Verein mit dem Trainer nicht zufrieden ist, entlässt er ihn." Der 55-jährige Italiener hatte mit Real in der ersten Saisonhälfte den europäischen Supercup und die Club-WM gewonnen. Beide Titel gelten als weniger bedeutend. Zudem gelang den Madrilenen eine Rekordserie von 22 Pflichtspielsiegen nacheinander. "Real erlebte seinen Frühling schon im Herbst, danach fehlte es an Energie", umschrieb die Zeitung "El Mundo" die Misere der Madrilenen.
Ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison schwächelten die "Königlichen". Im Pokal schieden sie im Achtelfinale aus, in der spanischen Liga verspielten sie am Samstag beim 2:2 gegen Valencia praktisch ihre letzte Titelchance, liegen zwei Runden vor Schluss vier Zähler hinter Barcelona zurück. Mit dem Aus in der Champions League gegen Juve mussten die Königlichen nun auch die Hoffnung begraben, als erster Titelträger in der Geschichte des Wettbewerbs die Trophäe zu verteidigen.
"Haben alles getan"
Das Aus kam jedenfalls auch unglücklich zustande. "Wir haben alles getan, haben angegriffen, Chancen gehabt. Wenn wir uns einen Vorwurf machen können, dann für das erste Spiel", resümierte Ancelotti. Die Chancen wären insgesamt gesehen da gewesen, um als Sieger aus dem Duell hervorzugehen. Vor allem Gareth Bale, der schon zuletzt vermehrt von den Anhängern kritisiert wurde, fehlte aber im Abschluss die nötige Effizienz.
"Normalerweise geht einer rein, wenn ich so viele Chancen bekommen, leider war es diesmal nicht so, aber so ist es eben im Fußball", sagte der Waliser. Mit seiner zweiten Real-Saison war er bisher durchaus zufrieden. "Es waren Ups und Downs dabei, aber ich denke, dass ich gut gespielt habe", so Bale. Seine Torbilanz von 17 Treffern in 47 Pflichtspielen biete aber noch Verbesserungspotenzial. "Mein Abschluss ist etwas verrostet, daran muss ich für nächste Saison arbeiten", ist sich Bale bewusst.
Ob ihn da noch Ancelotti trainieren wird, ist offen. Die Worte des Real-Coaches nach dem 1:1 klangen auch schon ein wenig nach Abschied. "Ich würde mir als Note eine Eins geben, aber letzten Endes ist es der Club, der meine Arbeit bewerten muss", meinte der Trainer. Allerdings scheint ein Punkt gegen einen Trainerwechsel zu sprechen. In den Medien wird kein Kandidat als möglicher Nachfolger gehandelt. Das heißt: Es ist kein Trainer auf dem Markt, der sich für Real als Alternative anböte.
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