Mi, 15. August 2018

17. Juli

30.04.2015 12:09

Die Kantine: Nachwuchs-DJ gesucht!

Der Szene-Club im dritten Bezirk will die Wiener DJ-Szene aufmischen. Bis Dienstag, 7. Juli, suchen die Kantinen-Macher via Facebook nach neuen DJs und Acts. Die große Party steigt dann am Freitag, 17. Juli. Was sonst so in der Kantine abgeht? City hat mal auf nen Sprung vorbeigeschaut und für euch einen Club-Check gemacht ... Here we go, party people ...

#ClubCheck: Die Kantine

„Die Kantine ist ein Ort für Freiheit, Stil und guten Musik“, macht die Homepage des Clubs im 3. Bezirk neugierig. Seit September 2014 gibt es die Pilgerstätte für Elektrofans, die derzeit in aller Munde ist – primär, weil sie ursprünglich (frei nach dem Pop-Up-Prinzip) nur drei Monate lang hätte bestehen sollen. City hat für euch herausgefunden, ob der Club mit dem Underground-Flair, der sich selbst das Prädikat für ausgezeichneten Sound zuschreibt, das hält, was er verspricht.

Es ist Freitag Abend, Star-DJ Sven Väth soll auflegen, und auch das restliche Line-Up für den gesamten Abend klingt vielversprechend (AKA AKA, Philipp Straub, uvm.). Wir wollen nicht zu spät kommen und finden uns kurz nach 22 Uhr bei der Kantine ein, da nun Booker Bono Goldbaum als DJ den Anfang machen soll. Die Kantine ist in einer ausgestorbenen Gegend gelegen, wenige Gehminuten von der U3-Station Schlachthausgasse. Der riesige Gebäudekomplex des ehemaligen Zollamts strahlt eine obskur-marode Faszination aus.

Einlass finden wir über eine schneckenförmige, breite Rampe, die uns auf das große, leere Parkdeck des Gebäudes führt, auf dem sich der (neue) Eingang des Clubs befindet. Die umliegenden Teile des alten Zollamts sind unbewohnt, man kann also ordentlich Krach machen. Lediglich die WEGA nimmt einen der Türme in Anspruch, um dort ihre Übungen durchzuführen.

Einige Personen haben sich bereits vor dem Eingang eingefunden, die Securitys weisen jedoch auf freundliche Weise darauf hin, dass sich der Start noch etwas verzögern wird. Wir warten. Kurz nach halb elf ist es dann soweit, wir dringen ins Innere des morschen 70er-Jahre-Bauwerks vor.

Die Kantine beherbergt zwei Floors. Der große mit seinen ausladenden Panoramafenstern war einst der tatsächliche Speisesaal des Zollamts, der kleinere 2nd Floor, „the bakery“ genannt, die angrenzende Küche. Die Räume sind dunkel, die Decken niedrig. Dennoch kommt kein beklemmendes Gefühl auf. Mag aber auch daran liegen, dass die Location vor Mitternacht noch nicht so richtig voll ist. Die verwinkelten Gänge ermöglichen, dass man die Kantine kreisförmig begehen kann, versteckte Separées und Sofas sorgen für Gemütlichkeit abseits der lauten Musik.
Gespielt wird ausschließlich Elektro (Deep House, Techno, Urban), und zwar von der feinsten Sorte und mit hervorragendem Klang – was Die Kantine zu einem direkten Konkurrenten der Grellen Forelle macht.

Zur Beleuchtung gibt es nicht viel zu sagen: Im großen Raum gibt es einige Spots, die ihren Schein auf den Boden werfen, am 2nd Floor nimmt man mit einer Discokugel in der Mitte des Raums vorlieb, die neben den tanzenden Gästen für Bewegung im Raum sorgt. Was das Publikum betrifft, lässt sich keine Pauschalisierung treffen. Hier ist alles dabei: Vom Skater bis zum Prolo, vom 18-Jährigen Hipster bis zum feierfreudigen Mittvierziger.

Es folgt ein Blick auf die Getränkekarte. Wir fühlen uns ein bisschen an Mogelpackungen aus dem Supermarkt erinnert, frei nach dem Motto: „Adäquate Preise, dafür weniger Inhalt“. Bier gibt’s nur in 0,33l, und zwar auch jenes vom Fass. Kostenpunkt: 3,90€. Ein Schnäppchen ist auch der Weiße Spritzer nicht: 3,50€ für eine ungewöhnlich kleine Größe von 0,2l. Jegliche Shots in 4cl-Gläsern kosten 5€, 2cl gibt’s für 3€. Sechs (!) verschiedene Sorten Red Bull können wir um 4,50€ erstehen, auch das Cola um 3,80€ kommt vom Bullen. Es gibt aber auch eine Alternative: Pepsi. Bis auf das um einen Euro günstigere Mineralwasser kostet alles Antialkoholische gleich viel, nur die Füllmenge variiert. Und wenn wir schon bei den Preisen sind: Eure Jacken könnt ihr in der Kantine um 2€ loswerden.

Die WC-Anlage ist, wie man es von einem Abbruchgebäude erwartet: alt. Dafür sind ausreichend Klos vorhanden. Eine Sanierung gab es offenbar, und auch die Wände sehen durch diverse Sticker und Bemalungen schon wieder auf gewisse Weise stylish aus.

Gegen 0.30 Uhr kommt es draußen zu einem Aufnahmestopp und damit verbundenen Warteschlangen. Das Magistrat ist da und kontrolliert, die Veranstalter wollen einer Anzeige wegen Überfüllung entgehen und lassen vorerst niemanden mehr rein. Viele Gäste ziehen nach einer Weile enttäuscht wieder ab – Die Kantine zeigt sich kulant und verspricht, das Geld für die Vorverkaufstickets rückzuerstatten.

Ungewöhnlich für Wien: In der Kantine gibt es Party bis in den nächsten Tag hinein. Das Line-Up zieht sich über die ganze Nacht - der letzte Act, DJane Anna Ullrich, ist für 9 Uhr morgens angekündigt. Wer da noch stehen will, muss spät kommen oder braucht ein unglaubliches Durchhaltevermögen. Kennen wir in dieser Form eher aus Berlin als aus Wien. Und überhaupt: Wer Die Kantine besucht, wird sich des Berliner Underground-Flairs kaum entziehen können.

Unser Fazit: Toller Sound, einzigartiges Ambiente. Schade, dass es den Club nur noch rund ein bis eineinhalb Jahre geben wird – dann wird das ehemalige Zollamt (und mit ihm die Partylocation) nämlich abgerissen, um Platz für neue Hochhäuser zu schaffen.

Wann: Freitag, 17. Juli
Wo: Die Kantine, 3., Schnirchgasse 9
Wieviel: je 10 Euro
Web:www.diekantine.co.at

Alle Infos zum DJ-Contest findet ihr hier.

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