30.03.2006 14:51 |

Colonia Dignidad

Bis zu 20 Bomben in Sekten-Anlage versteckt

In der von Deutschen bewohnten früheren "Colonia Dignidad" im Süden Chiles hat die Polizei nach Medienberichten mehrere große Sprengsätze gefunden. Es handele sich um 12 bis 20 Bomben, die auf dem weitläufigen Gelände der landwirtschaftlichen Siedlung vergraben seien, berichteten die chilenischen Behörden.

Die Sprengsätze seien stark genug, um einen Panzer mehrere Meter in die Luft zu schleudern, hieß es. Im vergangenen Jahr waren bereits große unterirdische Waffenlager gefunden worden. Die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen in der Anlage, die heute Villa Baviera heißt, führt der Richter Jorge Zepeda.

Unter dem Gründer der Colonia, dem in Santiago in Untersuchungshaft sitzenden Paul Schäfer, hatte sich die Siedlung völlig von der Außenwelt abgeschottet. Hinter kilometerlangen Zäunen mit Kameraüberwachung schürte Schäfer die Angst vor der Außenwelt, die angeblich jederzeit die Kolonie angreifen könnte. Die aus Deutschland stammenden Siedler wurden zum Teil bewaffnet und zu paramilitärischen Übungen angehalten.

Colonia war Folter-Außenstelle
Zepeda ermittelt gegen Koloniemitglieder auch im Zusammenhang mit der Folter verschwundener Gegner des Militärregimes von Augusto Pinochet (1973-1990). Die Spur von mindestens 70 Menschen verliert sich in der Kolonie. Schäfer soll die Colonia der Geheimpolizei Dina und auch dem Militär zur Verfügung gestellt sowie selbst gefoltert haben. Außerdem laufen Ermittlungen wegen unerlaubten Waffenhandels, Folter von Kindern im Krankenhaus der Kolonie und der illegalen Bildung bewaffneter Einheiten.

Sonntag, 05. April 2020
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