27.03.2006 13:42 |

Atom-Ambitionen

Illegales Netz für Irans Atomprogramm entdeckt

Wegen des Verdachts illegaler Exporte für das iranische Atomprogramm hat die Polizei in zehn Bundesländern Unternehmen durchsucht. Betroffen waren 41 Firmen, teilte die Staatsanwaltschaft Potsdam mit. Sieben Beschuldigte, vorwiegend russischer Herkunft, sollen über eine Tarnfirma in Berlin und Russland Material wie Pumpen und Transformatorteile besorgt haben. Mindestens eine Firma habe das gewusst. Festnahmen gab es bislang nicht.

Die Beschuldigten hätten bundesweit versucht, so genanntes Dual-Use-Material - also sowohl zivil als auch militärisch nutzbar – zu beschaffen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Benedikt Welfens. Es habe sich eher um Rand- als um Spitzentechnologie gehandelt. Bei den Razzien seien in einem Fall versandfertige Spezialkabel beschlagnahmt worden. Hier sei eine Sicherheitsleistung von zwei Millionen Euro erhoben worden. Die Ausfuhr dieser Materialien in den Iran unterliege dem Außenwirtschaftsgesetz.

Bis zu fünf Jahre Haft sind möglich
Die Beschuldigten müssen im Falle einer Verurteilung mit einer Strafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Der Exportweg über Russland sei nahe liegend, weil das Land Leichtwasserreaktoren betreibe. Der Iran will trotz internationalen Drucks sein Atomprogramm vorantreiben und ebenfalls diese Technik nutzen.

Die Firmen seien zunächst als "Zeugen" durchsucht worden, sagte Welfens. Umfangreiches Datenmaterial wurde beschlagnahmt. Von fünf bis sechs Firmen habe es Lieferungen gegeben. Eine Firma stehe im Verdacht, den wahren Bestimmungsort gekannt zu haben. Die meisten Unternehmen hätten aber die Lieferaufträge abgelehnt.