Mi, 22. August 2018

Brutale Attacke

02.04.2015 13:27

Rapid-Goalie schlug Disco-Gast bewusstlos

Rapid-Amateure-Torwart Tobias Knoflach lässt mit Negativ-Schlagzeilen aufhorchen. Der 21-Jährige war in eine Disco-Prügelei verwickelt und schlug einen Gast bewusstlos. Rapid bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte. Knoflachs Ausraster in der "Passage" wird wohl ein gerichtliches Nachspiel haben.

In der Nacht auf Sonntag besuchte Tobias Knoflach die Wiener Disco "Passage". Auf der Tanzfläche hat er dann offenbar einen anderen Gast angerempelt. Dieser sagte: "Pass doch auf." Daraufhin hat der Rapid-Goalie Medienberichten zufolge dem Gast einen Faustschlag ins Gesicht verpasst. Der angerempelte Gast krachte mit dem Kopf gegen den Bartisch und blieb bewusstlos liegen. Knoflach wollte fliehen, wurde jedoch von den Türstehern gefasst und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Das Opfer wurde mit der Rettung ins Spital gebracht und ist nicht arbeitsfähig.

Müller kündigt "harte Strafe" an
Rapid-Sportdirektor Andreas Müller kündigte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag eine "sehr harte Strafe" für den 21-Jährigen an. Diese bleibe allerdings intern. Von einer Suspendierung oder gar einem Rauswurf nahmen die Wiener Abstand. Eine bereits erfolgte Entschuldigung des Spielers könne aber nicht alles gewesen sein, betonte Müller. "Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte der Sportchef. "Er hat dem Verein sehr viel Schaden zugefügt und auch sich selbst."

Nicht der erste Ausraster
Immerhin war es nicht der erste Ausraster des jungen Torhüters. Bereits 2013 attackierte er in der Regionalliga einen Schiedsrichter. Der Keeper wurde daraufhin für fünf Spiele gesperrt, das Spiel mit 3:0 für Parndorf strafverifiziert. Auch damals kam Knoflach mit einer internen Strafe davon.

Knoflach informierte zu Wochenbeginn Trainer Zoran Barisic. Unmittelbare sportliche Konsequenzen dürfte seine Tat nicht haben. "Er ist nach wie vor Spieler der Kampfmannschaft und bekommt alle Unterstützung, die er braucht. Das war aber das Letzte, was er sich erlauben durfte", erklärte Müller.

"Er hat einen Riesenfehler gemacht"
Nun müsse sich Knoflach aber klar werden, dass er als Sportler auch eine Verantwortung trage. "Er hat einen Riesenfehler gemacht. Wir werden ihn aber nicht verdammen", sagte Müller. "Er wird weiterhin die Chance erhalten, sich durch Leistungen zu empfehlen. Er bleibt bei Rapid und kann in den nächsten Monaten beweisen, dass er das Vertrauen rechtfertigt."

Pflichtspiel hat Knoflach für die Kampfmannschaft der Wiener bisher noch keines bestritten. In der ersten Saisonhälfte teilte er sich die Aufgaben des Ersatztorhüters mit dem 19-jährigen Kroaten Marko Maric. Dieser hat bei Ausfällen von Stammkeeper Jan Novota bisher aber stets den Vorzug erhalten.

Auch am Samstag im Ligaheimspiel gegen den WAC dürfte Maric zum Einsatz kommen, zumal Novota wegen einer Erkrankung zuletzt mit dem Training aussetzen musste. "Die Wahrscheinlichkeit ist groß", erklärte Barisic. Zur Knoflach-Affäre sagte der Chefcoach nur so viel: "Es wird Konsequenzen geben, diese bleiben aber intern."

"Rapid-unwürdig"
Der Disco-Vorfall hatte sich an einem spielfreien Wochenende in der Länderspielpause ereignet. Ein "gewisses Privatleben" wollte Müller auch Profi-Fußballern zugestehen. "Wir verlangen aber von allen Spielern, dass sie sich Rapid-würdig verhalten. Das war Rapid-unwürdig", betonte der Deutsche. Aus diesem Anlass habe es am Donnerstag auch ein eingehendes Gespräch mit der gesamten Mannschaft gegeben.

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