Mi, 20. März 2019
14.03.2015 19:51

ÖSV-Asse enttäuschen

Freund enteilt Kraft im Weltcup mit Sieg in Oslo

Für Stefan Kraft hat sich die Ausgangsposition im Kampf um die große Kristallkugel der Skispringer am Samstag weiter verschlechtert. Der Vierschanzen-Tourneesieger musste sich am Samstag im ersten von zwei Bewerben auf dem Holmenkollen in Oslo mit Rang zehn begnügen, während die vor ihm liegenden Severin Freund und Peter Prevc mit Rang eins und zwei ihren Vorsprung auf Kraft ausbauten.

Kraft fehlen nun drei Springen vor Schluss schon 120 Zähler auf Freund, der am Samstag nicht nur seinen 8. Saisonsieg feierte, sondern auch Kurs auf seinen ersten Weltcup-Gesamttitel nahm. Freund wäre der erste deutsche Gesamtsieger seit Martin Schmitt im Jahr 2000. Allerdings zeigte auch Prevc mit einem 138-m-Flug, dem weitesten des Tages, dass man ihn noch nicht abschreiben darf. Dem Slowenen fehlen auf Freund 54 Zähler und er hat seinerseits 66 Punkte Vorsprung auf Kraft.

"Es schaut nicht mehr so gut aus"
Freund, der nach Jens Weißflog (1984/DDR) und Schmitt (1999, 2000) überhaupt erst der dritte deutsche Weltcup-Champion wäre, siegte mit 132 und 135,5 Metern hauchdünn mit 0,3 Zählern Vorsprung auf Prevc. Kraft war als bester Österreicher nur Zehnter. "Es schaut nicht mehr so gut aus. Der Sevi (Freund, Anm.) ist einfach in einer Wahnsinnsform, er hat drei Springen hintereinander gewonnen. Schauen wir, ob er noch irgendwie nervös wird oder Nerven zeigt, sonst wird das ganz schwierig", so Kraft. Er werde jedenfalls in den ausständigen drei Einzelbewerben alles geben. "Ich weiß, was ich drauf habe, es sind noch 300 Punkte drinnen", sagte Kraft und versprach "volle Attacke".

"Es hat uns schon ein bisserl gefuchst"
Bei wechselnden Windbedingungen im zweiten Durchgang landeten die weiteren Österreicher Michael Hayböck (13.), Gregor Schlierenzauer (17.) sowie Manuel Fettner (21.) nicht im absoluten Spitzenfeld. "Es hat uns schon ein bisserl gefuchst. Ich glaube, wir sind schon ganz gut gehupft. Es hätte vom Ergebnis her schon besser ausschauen müssen. Es war einfach ein bisserl turbulent. Wir haben ein bisserl durch die Finger geschaut. Wir werden uns da morgen schon wieder rehabilitieren", hoffte der Vierschanzen-Tournee-Sieger stellvertretend für das ganze ÖSV- Team.

Gelegenheit zur Revanche für Kraft und Co. gibt es am Sonntag (14.15 Uhr) beim zweiten Bewerb im "Mekka der Nordischen". Endgültig entschieden wird der Weltcup beim Finale kommende Woche, dem Skifliegen in Planica (zwei Einzel, ein Teambewerb).

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