07.03.2006 12:41 |

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Das war die Oscar-Nacht 2006

Riesige Überraschung in der Oscar-Nacht 2006: "L.A. Crash" wurde zum besten Film gekürt und hat den Favoriten "Brokeback Mountain" ausgestochen, der den Oscar für die beste Regie erhielt. Als Hauptdarsteller wurde Philip Seymour Hoffman für "Capote" ausgezeichnet, bei den Damen ging die Trophäe an Reese Witherspoon. Für einen ganzen österreichischen Oscar hat es nicht gereicht: Hubert Sauper musste sich in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" dem Streifen "Die Reise der Pinguine" geschlagen geben. Dafür gewann Rachel Weisz, Tochter einer Österreicherin, den Oscar als beste Nebendarstellerin. Jenen für den besten Nebendarsteller erhielt George Clooney. Krone.at hat die Liste der Sieger, die besten Bilder sowie den Link zu massig Videos!

Reese Witherspoon konnte sich gleich doppelt freuen: Nicht nur, dass sie als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde, auch ihr Ehemann Ryan Philippe hat zu einem Oscar-Gewinn beigetragen: Er spielt in dem Gewinner-Streifen "L.A. Crash" mit. Das Werk des kanadischen Regisseurs Paul Haggis erhielt den Oscar in der wichtigsten Kategorie "Bester Film". Darin beschreibt der 52-Jährige Rassen- und Bandenprobleme in Los Angeles, zeichnet episodenhaft 36 Stunden nach und nimmt dabei den ganz normalen Wahnsinn der Großstadt unter die Lupe.

Im Rennen um den Besten Film hatte sich "L.A. Crash" gegen "Brokeback Mountain", "Capote", "Good Night, and Good Luck." und "München" durchgesetzt. "L.A. Crash" ist der Debütfilm von Paul Haggis, der Drehbuchautor von "Million Dollar Baby" war, dem besten Film des vergangenen Jahres.

Matt Dillon war in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" nominiert gewesen, hatte sich aber George Clooney geschlagen geben müssen. "L.A. Crash" holte sich auch noch die Oscars für das beste Original-Drehbuch sowie den besten Schnitt.

Ang Lee bester Regisseur
Mit acht Nominierungen und "nur" drei Oscars hat "Brokeback Mountain" die Hoffnungen des Teams nicht erfüllt. Allerdings reichte es für Ang Lee für den Regie-Oscar. Der 51-Jährige aus Taiwan war zum zweiten Mal für einen Oscar nominiert. In der Kategorie "Bester Film" war der Schwulen-Western "Brokeback Mountain" leer ausgegangen, dafür gab es noch Oscars für das beste adaptierte Drehbuch sowie die beste Filmmusik.

Die besten Schauspieler
Mit biografischen Filmen haben Philip Seymour Hoffman und Reese Witherspoon die begehrten Oscars als beste Schauspieler abgeräumt. Der 38-jährige Hoffman wurde in der Nacht zu Montag für seine Darstellung des exzentrischen US-Schriftstellers Truman Capote ausgezeichnet.

Witherspoon erhielt die goldene Statue für ihre Hauptrolle in dem Film "Walk the Line" über das Leben des Musikers Johnny Cash. Die 29-Jährige spielt darin June Carter-Cash, die Ehefrau des Sängers, der von Joaquin Phoenix verkörpert wird. Für beide Schauspieler war es die erste Oscar-Nominierung, sie hatten mit ihren Filmen aber bereits bei den Golden Globes Anfang des Jahres triumphiert.

Bei den Nebendarstellern triumphierten Schauspieler aus Polit-Thrillern: George Clooney und Rachel Weisz. Der 44-jährige Clooney erhielt die goldene Statue für seine Nebenrolle in dem Thriller "Syriana". Weisz, die am Dienstag ihren 35. Geburtstag feiert, bekam den Oscar als beste Nebendarstellerin für den Film "Der ewige Gärtner".

Für ihre Performance als Diplomatengattin ließ die in London geborene Tochter eines ungarischen Erfinders und einer Wiener Psychotherapeutin unter anderem Michelle Williams für "Brokeback Mountain" auf der Strecke. Weisz bedankte sich u.a. beim Autor der Romanvorlage John le Carré. Schon zuvor hatte George Clooney mit seinem Oscar für seine Rolle in "Syriana" dafür gesorgt, dass der Favoriten-Film "Brokeback Mountain" in beiden Nebendarsteller-Kategorien leer ausging.

Kein Oscar für "Darwin's Nightmare"
Saupers "Darwin's Nightmare" hatte sich in der Vorwoche noch bei den Césars, den französischen Oscars, gegen die Jacquets Doku durchgesetzt. Vor 3.000 Gästen im Kodak-Theater waren nun jedoch die Pinguine vor den Victoria-Barschen. Jacquet widmete seinen Naturfilm "allen Kindern dieser Welt".

"Wallace and Gromit"
Der Oscar für den Besten Animationsfilm ging an "Wallace and Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen", die berühmten Knetfiguren stachen dabei u.a. Tim Burtons "Corpse Bride" aus. Der Preis für den Besten Kurzfilm ging an "Six Shooter", der Award für den Besten animierten Kurzfilm an "The Moon and the Son: An Imagined Conversation".

"King Kong" gewann Preise für die besten Spezial-Effekte, den besten Ton und den besten Ton-Schnitt. Für „Die Geisha“ gab’s Auszeichnungen in den Kategorien „Beste Ausstattung“, „Beste Kamera“ und „Beste Kostüme“. Die Statue für das beste Make-Up erhielt "Die Chroniken von Narnia".

Ehrenoscar für Robert Altman
Im Alter von 81 Jahren erhielt der US-Regisseur Robert Altman seinen ersten Oscar und wurde damit für sein Lebenswerk geehrt. Die rund 3.500 Ehrengäste im Kodak Theater erhoben sich von ihren Plätzen
und spendeten dem Macher von Filmen wie "MASH", "Short Cuts" oder "Gosford Park" lang andauernden, warmen Beifall. Altman war in seiner langen Karriere fünf Mal als Regisseur für einen Oscar nominiert, hat aber nie einen gewonnen.

Spaßiger Jon Stewart
Vor mehreren hundert Millionen Fernsehzuschauern in aller Welt hatte der Komiker Jon Stewart zum Auftakt für die meisten Nominierten ein paar scharfzüngige Anmerkungen parat. George Clooney
musste sich wohl zum x-ten Mal an diesem Abend auch vom Moderator die Begrüßung "Good Night, and Good Luck" anhören, Stewart verriet aber auch, dass der mehrfach nominierte Star so seine Dates zu beenden pflege. Steven Spielberg wurde so begrüßt: "Von 'Schindlers Liste' zu 'Munich' - Ich denke, ich spreche für alle Juden, wenn ich sage: Wir sind gespannt, was uns als nächstes erwartet!" Und der isländische Popstar Björk habe leider nicht kommen können: "Sie probierte gerade ihr Oscar-Kleid an, als sie von Dick Cheney erschossen wurde."

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