So, 19. August 2018

Kriegsdrama

14.01.2015 14:36

Gewalt und Vergebung: Angelina Jolies "Unbroken"

Ein Hollywood-Ehepaar tritt gegeneinander an: Gerade startete in den Kinos "Herz aus Stahl" mit Brad Pitt als gegen die Nazis kämpfendem US-Panzerkommandanten. Nun bringt seine Frau Angelina Jolie ihre zweite Regiearbeit "Unbroken" (Kinostart: 15. Jänner) auf die Leinwand - die wahre Geschichte des US-Amerikaners Louis "Louie" Zamperini (1917- 2014).

Der Film hat eigentlich alles, was ein großes Hollywood-Epos braucht: Die tragische Lebensgeschichte von Zamperini, der im Zweiten Weltkrieg den Absturz seines Kampfflugzeugs überlebt, 47 Tage auf offener See in einem Schlauchboot ausharrt und schließlich von den Japanern gefangen genommen und gefoltert wird.

In Rückblenden erzählt "Unbroken" (basierend auf dem Roman von Laura Hillenbrand) auch von Zamperinis schwieriger Jugend bis zu seiner Teilnahme als Läufer bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und illustriert damit pathetisch den amerikanischen Traum, durch eigene Kraft und mit Ehrgeiz etwas Großes zu schaffen.

Ein ausgeklügeltes Drehbuch der legendären Regie-Brüder Joel und Ethan Coen ("No Country for Old Men"). Dramatische Filmmusik von Alexandre Desplat ("Philomena", "The King's Speech"). Solide Darsteller wie Jack O'Connell ("300: Rise of an Empire") als Louie und den japanischen Popstar Miyavi als seinen brutalen Peiniger. Als Regisseurin die weltberühmte, hinter der Kamera extrem ambitionierte Oscarpreisträgerin Angelina Jolie. Und: Nach 137 Minuten voller Gewalt und Todesangst ein versöhnliches Ende.

Doch der aufwendigen Produktion fehlt eine entscheidende Zutat: emotionale Anteilnahme und Wärme, wie sie differenzierter gezeichnete, auch mit Grautönen ausgestattete Charaktere hätten vermitteln können. So bleibt "Unbroken" letztlich perfektes, aber allzu glattes "Überwältigungs-Kino". Jolie will das Publikum im Strudel der dramatischen Ereignisse mitreißen - lässt es am Ende aber eher mit einem distanzierten, fast sachlichen Gefühl zurück.

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