24.11.2014 12:21 |

Risikoanalyse zeigt:

Klimawandel trifft vor allem die Armen der Welt

Als Folge des Klimawandels könnten Wetterextreme wie Hitzewellen, die bislang ungewöhnliche Ereignisse waren, schon bald Normalität sein. Das zeigt ein jetzt von der Weltbank veröffentlichter Bericht des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Besonders betroffen davon sind jene Menschen, die in den armen Regionen der Erde leben, warnen Klima-Experten.

Die Folgen des Klimawandels sind schon heute spürbar und werden selbst dann weiter zunehmen, wenn die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius begrenzt werden kann. "Eine ungebremste Erwärmung auf wahrscheinlich vier Grad noch in diesem Jahrhundert würde diese Folgen jedoch drastisch zunehmen lassen", warnen die Autoren in dem Bericht.

Der Report ist der dritte in der "Turn down the heat"-Reihe von PIK und Weltbank. Er konzentriert sich darauf, wie Klimafolgen und soziale Verletzlichkeit zusammenwirken – also wie arme Menschen betroffen sind, von Lateinamerika und der Karibik über den Mittleren Osten und Nordafrika bis hin zu Ost- und Zentralasien.

Kaum eine Region bleibt von Folgen verschont
"Die Folgen für die verschiedenen Regionen sind extrem unterschiedlich, zwei Dinge sind in unserem Bericht jedoch sehr klar geworden: Kaum eine Region ist von den Folgen des Klimawandels ausgenommen und das Risiko für die Menschen ist dort am größten, wo mehrere Klimafolgen zusammenwirken", sagte Christopher Reyer vom PIK. "In den Anden könnten die Menschen etwa saisonaler Wasserknappheit ausgesetzt sein, während gleichzeitig die Lebensmittelpreise ansteigen und Wetterextreme zusätzliche Belastungen mit sich bringen."

Die Ergebnisse geben den Experten zufolge Anlass zur Sorge. In der Karibik etwa steigt die Wahrscheinlichkeit jährlicher Korallen-Bleichen bereits bei 1,5 bis zwei Grad, mit Folgen für Fischerei, Tourismus und Schutz der Küsten vor Stürmen. Bei vier Grad Erwärmung wird der Großteil der Landfläche der untersuchten Regionen bereits von ungewöhnlichen und potenziell verheerenden Hitzeextremen betroffen sein.

Vor allem die Armen der Welt sind betroffen
"Dem Klimawandel zu begegnen ist eine Frage der Vernunft, aber auch eine Frage der Gerechtigkeit", sagt Hans Joachim Schellnhuber, PIK-Direktor und erster Leitautor des Berichts. "Die Folgen der globalen Erwärmung werden in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich vor allem die treffen, die am wenigsten zum Anstieg der Treibhausgas-Emissionen beigetragen haben: die Armen der Welt".

Vor allem Entwicklungsländer werden die stärksten Klimafolgen zu spüren bekommen, besonders in den Tropen; und gerade ihnen fehlen die Mittel, sich darauf einzustellen. In diesen Ländern sind es wiederum vor allem die ärmsten Menschen, die besonders anfällig für zusätzliche Belastungen sind.

"Wir können etwas dagegen tun"
Der Klimawandel macht es also "schwieriger, Armut zu verringern, er betrifft die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen", sagt Jim Yong Kim, Präsident der Weltbank-Gruppe. "Die gute Nachricht ist, dass wir etwas tun können, um das Maß an Klimawandel zu verringern und Wirtschaftswachstum zu fördern."

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