14.02.2006 11:10 |

Bandenkämpfe

Gefängnismeuterei in Kalifornien

Bei Bandenkämpfen in einem Gefängnis in Los Angeles sind ein Häftling getötet und vier weitere verletzt worden. Nach heftigen Ausschreitungen zwischen schwarzen und hispanischen Häftlingen erlag ein 38-jähriger Mann seinen Verletzungen.

Wie die "Los Angeles Times" berichtet, ordneten die Behörden für rund 20 000 Häftlinge im Bezirk Los Angeles den Einschluss mit Telefon- und Besuchsverbot an. Bei den Kämpfen am Sonntag setzte die Polizei Tränengas ein, um die Häftlinge unter Kontrolle zu bringen.

Inhaftierte Bandenführer der mexikanischen Mafia stecken nach Angaben von Ermittlern hinter den jüngsten Unruhen. Sie sollen andere Latinos dazu aufgefordert haben, schwarze Mithäftlinge anzugreifen. Anfang Februar waren bei Bandenkämpfen in einem anderen südkalifornischen Gefängnis ein Insasse getötet und fast Hundert verletzt worden.

Als Vorsichtsmaßnahme wurden nach dem ersten Todesfall in einigen staatlichen Gefängnissen die Insassen vorübergehend nach Hautfarbe getrennt. Viele Gefangene im Bezirk Los Angeles sind in Großzellen mit bis zu 100 Häftlingen untergebracht. Ein Bezirksrat kritisierte diesen Zustand. Gefährliche Bandenmitglieder sollten nicht in Gemeinschaftszellen wohnen, sagte Michael Antonovich. Einige Bürgerrechtler forderten eine sofortige Trennung von Schwarzen und Latinos, bis eine Lösung zur Verhinderung der Kämpfe gefunden werde.