Mädchen (17) getötet
Schweden: Schwert-Angreifer verehrte Massenmörder
Schweden steht nach dem tödlichen Schwertattentat an der Brinellskolan-Schule in Fagersta unter Schock. Ein 18-Jähriger hatte am Freitag mehrere Jugendliche angegriffen, ein Mädchen (17) wurde getötet. Der Attentäter soll in der Vergangenheit nicht nur psychische Probleme gehabt haben – im Internet huldigte er Rechtsextremisten und Massenmördern.
Informationen des schwedischen Rundfunks zufolge soll es sich bei dem Täter um einen früheren Schüler der weiterführenden Schule handeln, der noch über eine Zugangskarte verfügte. Der Mann war amtsbekannt – er soll vor Jahren einen Mitschüler gewalttätig attackiert haben.
Angreifer in Bein geschossen
Der Alarm war am Freitag um 14.06 Uhr eingegangen. "Um 14.16 Uhr war der Täter überwältigt und konnte festgenommen werden. Dabei gab die Polizei Schüsse ab", berichtet ein Polizeisprecher.
Wahnsinnstat mitgefilmt
Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren. Immer mehr Details werden bekannt. So soll der Täter vor dem Angriff auf einem TikTok-Konto das Bild eines Schwertes veröffentlicht haben. Die Aufnahme soll auf einer Toilette der Schule entstanden sein. Auch seine Wahnsinnstat soll er mitgefilmt haben.
In Videos Rechtsextremisten verherrlicht
Recherchen von „Expressen“ und „Dagens Nyheter“ liefern Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund. Der 18-Jährige, der psychische Probleme gehabt haben soll, verherrlichte in selbst erstellten Videos Amokläufer und Massenmörder – darunter den norwegischen Rechtsextremisten und Massenmörder Anders Breivik. Zudem soll er Beiträge der populistischen Örebro-Partei, der Partei Alternative für Schweden sowie Inhalte aus dem rechtsextremen Milieu verbreitet haben.
Trollhättan-Attentat nachgeeifert?
Besonders häufig soll sich der Verdächtige laut „Welt“ mit dem rassistisch motivierten Schulanschlag von Trollhättan im Jahr 2015 beschäftigt haben. Damals tötete Anton Lundin Pettersson an der Kronan-Schule drei Menschen mit einem Schwert. Ein Lehrer erlag später seinen Verletzungen.
Der Täter von Fagersta soll bei seinem Angriff ähnliche Kleidung wie Pettersson bei dessen Angriff getragen haben eine schwarze Maske, einen Helm, einen langen schwarzen Mantel und ein Schwert. Ob die Tat tatsächlich als unmittelbares Vorbild diente, ist noch unklar.
In der 12.000-Einwohnergemeinde herrschen Trauer, Fassungslosigkeit und Wut. „Wir haben ein Mädchen verloren, das ihre ganze Zukunft noch vor sich hatte“, so eine Lehrerin des Todesopfers zur Zeitung „Dagens Nyheter.“
Ministerpräsident vor Ort
Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson und Oppositionsführerin Magdalena Andersson besuchten den Tatort am Samstag. Beide hatten zuvor ihre geplanten Wahlkampfauftritte abgesagt. Zudem sprachen auch mit Jugendlichen, die von dem Angriff betroffen waren. Wie viele andere legten auch die beiden vor der Schule Blumen ab und entzünden Kerzen.
Erst im Feber 2025 wurden bei einem Amoklauf in Örebro elf Schüler getötet und weitere verletzt. Man habe nach Örebro „eine ganze Menge unternommen“, doch offensichtlich müsse noch „mehr getan“ werden. König Carl XVI. Gustaf bekundete sein Beileid.
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