Fünf Jahre nach Feuer

Wiederaufforstung im Raxgebiet auf gutem Weg

Niederösterreich
23.08.2026 10:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Knapp fünf Jahre nach einem der größten Waldbrände in Österreich sind die Spuren in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau an der Rax (Bezirk Neunkirchen) in NÖ nach wie vorzusehen. Die Wiederaufforstung – gesetzt wird auf Mischwald und resiliente Arten – läuft bisher erfolgreich. „Wir hoffen, dass viel Biodiversität entsteht“, sagte Wiens Forstdirektorin Petra Wagner. Bis sich der Wald von dem Brand erholt hat, wird es aber noch mehrere Jahrzehnte dauern.

Am 25. Oktober 2021 war am Mittagsteig in Hirschwang ein Feuer ausgebrochen, das sich auf rund 115 Hektar ausbreitete. In steilem und felsigem Gelände wurde laut Feuerwehrangaben einer der aufwendigsten Einsätze zur Waldbrandbekämpfung der vergangenen Jahrzehnte durchgeführt. Fast 9000 Helfer waren beteiligt. Erst am 6. November 2021 konnte „Brand aus“ gegeben werden.

Sträucher und Jungpflanzen zerstört
Die betroffene Fläche steht im Eigentum der Stadt Wien und dient als Quellenschutzwald. Durch Bodenfeuer wurden Sträucher und Jungpflanzen zerstört. Teilweise kam es auch zu Kronenfeuer, wodurch zahlreiche ältere Bäume abstarben. Bestandslücken, die schon vor dem Brand zur Waldverjüngung angelegt wurden, sorgten jedoch dafür, dass die Brandintensität geringer war, sagte Georg Gratzer vom Institut für Waldökologie an der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien.

Schwarzkiefer herrschten vor
Ziel der Wiederaufforstung ist, den Wald wiederherzustellen und resilienter zu machen. Waren bisher vor allem Schwarzkiefern vorherrschend, so setzt man nun auf mehr Laubholz und verschiedene Arten – etwa Walnuss, Zitterpappel, Bergahorn, Mehlbeere, Sal-Weide und Birke. „Mischwald ist ‘klimafitter‘ und resilienter gegenüber Krankheiten“, erläuterte Wagner.

„Wir vertrauen auch auf Naturverjüngung“, erläuterte Wagner. Gebaut wurden „Häher-Tankstellen“ – dazu wurden Holzkisten mit Saatgut an Baumstämmen angebracht, damit die Vögel beim Verbreiten der Samen helfen. Die Verjüngung sei recht artenreich. „Die Aufforstung war bisher absolut erfolgreich“, man habe „alles richtig gemacht nach dem Feuer“, sagte Gratzer.

Die Karte zeigt das Waldbrandrisiko in Österreich nach Regionen. Besonders im Süden und Westen gibt es Gebiete mit sehr hohem Risiko, während im Norden und Osten meist ein geringes oder sehr geringes Risiko vorliegt. Quelle: BMLUK/BOKU.

Könnte beinahe 100 Jahre dauern
„Der Wald wird sich sicher wieder erholen“, ist Wagner überzeugt. Bis der Zustand vor dem Feuer wiederhergestellt ist, werde es aber wohl beinahe 100 Jahre dauern. Die Entwicklung wird – aufgrund des unwegsamen Geländes zum Teil auch mittels Drohnen – laufend beobachtet. In 20 bis 30 Jahren werden acht bis zehn Meter hohe Bäume gewachsen sein, so Gratzer.

Heuer wurden bereits deutlich mehr Waldbrände in Österreich verzeichnet als im gesamten Vorjahr: Rund 400 waren es laut der entsprechenden Datenbank der BOKU bereits in diesem Jahr, 2025 in Summe 196. Eine erhöhte bis hohe Gefährdung besteht laut der Risikokarte vor allem für das östliche Niederösterreich, Teile Kärntens sowie inneralpine Trockentäler Tirols. In den meisten Bezirken Österreichs sind bereits Waldbrandverordnungen in Kraft, bei einem Verstoß droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe.

Mögliche Ursachen für Brand
Als mögliche Ursachen für den Brand in Hirschwang wurden Zigarettenglut oder ein schlecht gelöschtes offenes Feuer ermittelt. Nach einer Funkzellenauswertung wurden Handybesitzer kontaktiert, die sich beim Ausbruch der Flammen in der Gegend befunden hatten. Dennoch konnte kein Verdächtiger ausgeforscht werden. Das Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter wurde im April 2023 abgebrochen, sagte Markus Bauer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt.

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