Vor sechs Tagen tötete ein steirischer Familienvater (37) seine Tochter. Die schreckliche Tat hinterließ auch in der betroffenen Gemeinde Kumberg bei Graz ihre Spuren. Am Samstagabend traf man sich zum Innehalten.
Schock, Wut, Trauer – die unbegreifliche Bluttat an der kleinen Ella ist auch Tage danach für die Einwohner von Kumberg kaum zu fassen. Zurück bleiben schwer traumatisierte Opfer und eine Gemeinschaft, in der nichts mehr so ist, wie es einmal war: Täter und Opfer waren vielen im 4000-Einwohner-Ort bekannt. Seit der Tat bietet das Kriseninterventionsteam für direkt und indirekt Betroffene Begleitung an.
Die Familie selbst muss mit dem Alltag kämpfen – wo das Leben seinen geregelten Lauf geht, und doch plötzlich alles ganz anders ist. Wie soll man auch verstehen, dass ein Familienvater seine eigene achtjährige Tochter ersticht? Nach einem Streit mit seiner Partnerin habe er das Mädchen „mitnehmen“ wollen, gestand der 37-Jährige. Doch der eigene Suizid scheiterte.
Blumen und bunte Steine
Am Samstagabend trafen sich Bekannte, Nachbarn, Eltern und viele andere Trauernde bei der alten Linde vor der Pfarrkirche in Kumberg. Um inne-, aber auch zusammenzuhalten, sich gegenseitig Trost und Stütze zu sein und Anteil an dem unfassbaren Geschehen zu nehmen.
Man legte Blumen und bunte Steine nieder, zündete Kerzen an, nahm einander in die Arme. Auch hier waren das Kriseninterventionsteam und das pastorale Team der Pfarre mit einem offenen Ohr für alle Menschen da. Veranstaltungen wie das Maibaumumschneiden und der Tag der Einsatzorganisationen wurden indes verschoben.
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