Zahlreiche Störche aus der Steiermark sind bereits auf dem Weg in den Süden. Immer mehr Tiere überwintern aber auch bei uns. Storchenexperte Helmut Rosenthaler erklärt, welche Herausforderungen das mit sich bringt.
Am steirischen Himmel herrscht bereits seit einigen Wochen reger Flugverkehr. Grund dafür sind die Störche, die dieses Jahr besonders früh in ihr Winterquartier nach Afrika aufgebrochen sind. „Die Gruppen haben sich bereits Anfang August versammelt und sind gestartet. Das ist so früh wie noch nie“, weiß Storchenexperte Helmut Rosenthaler von der Storchenstation im südsteirischen Tillmitsch.
Die Ursache für den frühen Aufbruch kennt der Experte nicht, aber er hat eine Vermutung: „Ich glaube, dass das Wetter schlechter wird. Die Tiere spüren das ja und sind darum einfach schon früher losgeflogen.“
Immer mehr Störche überwintern hier
35 Vögel haben die steirische Auffangstation bereits verlassen, 25 verweilen noch in Tillmitsch. „Vielleicht macht sich der eine oder andere noch auf den Weg, 18 davon sind aber nicht mehr flugfähig, die bleiben bestimmt“, erzählt Rosenthaler.
In den vergangenen Jahren konnte überhaupt beobachtet werden, dass immer mehr Tiere in Österreich überwintern: „Jedes Jahr bleiben mehr Störche da. Die müssen dann zugefüttert werden, weil sie zu wenig Futter finden.“
Hitze machte Störchen Leben schwer
Für diese Arbeit finden sich zum Glück genügend Freiwillige. In jedem steirischen Bezirk gibt es nämlich Menschen, die die Vögel betreuen: „Die Steiermark hat hier eine echte Vorzeigegemeinschaft. Es gibt so viele Leute, die sich kümmern und sorgen“, betont der Experte.
Gegen die Hitze und Trockenheit konnten aber auch die Betreuer nichts ausrichten: „Die Störche haben gelitten. Viele Jungvögel sind leider verhungert. Viele Tiere sind dann auch unterernährt bei uns in der Station gelandet, wo wir sie wieder aufgepäppelt haben.“ Erst am Samstag holte Rosenthaler eine völlig abgemagerte Storchendame aus Fürstenfeld zu ihm: „Die junge Dame kommt aus Ungarn und hat sich verirrt. Sie ist anstatt in Richtung Süden nach Norden geflogen und findet nun kein Futter. Wir kümmern uns jetzt um sie.“
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