Di, 21. August 2018

Berlin droht Randale

31.10.2014 19:24

10.000 Hooligans für Salafisten-Demo angemeldet

Am vergangenen Wochenende hielten sie Köln in Atem - jetzt planen die "Hooligans gegen Salafisten" Mitte November eine noch größere Demonstration in Berlin. Der Veranstalter habe mittlerweile 10.000 Teilnehmer angemeldet, bestätigte die Polizei am Freitag. Bis dato war von 1.000 Teilnehmern die Rede. Droht der deutschen Hauptstadt jetzt eine Mega-Randale?

In Köln hatten sich am vergangenen Sonntag rund 4.500 gewaltbereite Hooligans mit Rechtsextremen versammelt und die Polizei angegriffen. Insgesamt wurden dabei laut offiziellen Angaben 49 Polizisten verletzt und rund 20 gewaltbereite Demonstranten in Gewahrsam genommen. Gegen knapp 60 Verdächtige ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch.

"Ganz schwer einzuschätzen"
Jetzt wächst die Sorge, dass es bei der geplanten Demo gegen Salafisten in der deutschen Hauptstadt am 15. November ähnlich gewaltsam (oder gar noch schlimmer) zugehen wird als in Köln. Zunächst seien für die Kundgebung in Berlin lediglich 1.000 Demonstranten angemeldet worden, mittlerweile seien es 10.000, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei am Freitag. Aus Sicht der Polizei sei die zu erwartende Teilnehmerzahl "im Moment ganz schwer einzuschätzen", fügte der Sprecher hinzu.

Ausschreitungen bereits am 9. November erwartet
Die Kundgebung unter dem Motto "Gegen Salafisten, Islamisierung und Flüchtlingspolitik" soll zwischen 15 Uhr und 21 Uhr am Pariser Platz direkt am Brandenburger Tor stattfinden. Nach Informationen des Senders RBB rechnen die Berliner Behörden allerdings bereits bei einer Demonstration am 9. November direkt am Reichstag mit möglichen Ausschreitungen. Hinter der Kundgebung steht demnach die rechtsgerichtete Reichsbürgerbewegung. Ob auch Hooligans daran teilnehmen wollen, sei derzeit noch unklar, so der Polizeisprecher. Eine für Mitte November angekündigte Demonstration von Hooligans in Hamburg sagte der Anmelder unterdessen wieder ab.

Deutscher Geheimdienst warnt vor Eskalation
Der deutsche Inlandsgeheimdienst hatte zuletzt angesichts der Krawalle von Hooligans und Rechtsextremisten vor einer Eskalation der Gewalt bei Protesten gegen Islamisten gewarnt. "Es besteht Anlass zur Sorge, dass sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Extremisten auf unseren Straßen weiter aufschaukeln", so der Präsident des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, Anfang der Woche in Berlin.

"Der Konflikt in Syrien und dem Irak spiegelt sich auch in Deutschland wider", ergänzte er. Derzeit würden sich in Deutschland lebende und besonders gewaltbereite Tschetschenen verstärkt zum Salafismus hinwenden. Mit der weiterhin stark zunehmenden Zahl von Salafisten in Deutschland erhöhe sich auch das Rekrutierungspotenzial für den Dschihad.

Rechtsextreme wollen Hooligan-Szene unterwandern
Das bizarre Bündnis von Hooligans und Rechtsextremen, das sich selbst "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) nennt, hatte indes auch schon in den Wochen vor den Kölner Krawallen die Sicherheitsbehörden auf den Plan gerufen. "Wir beobachten diese Szene - und zwar, weil wir die Rechtsextremisten beobachten, nicht die Hooligans", sagte sagte der Leiter des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, im WDR-Hörfunk. Denn Hooligans seien nicht das Ziel von Beobachtungen des Verfassungsschutzes.

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