Betrag von 50 Euro

Lokal setzte „freiwilliges“ Trinkgeld auf Rechnung

Ausland
04.08.2026 14:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Influencerin staunte in Florenz nicht schlecht, als sie die Rechnung nach einem Restaurantbesuch kontrollierte: Dort wurden unter dem Posten „freiwilliger Betrag“ fast 50 Euro verrechnet. Auf Instagram ließ sie nach dem Vorfall Dampf ab. 

Carlotta Roncarà war mit Freunden in einem Hotelrestaurant in Forte dei Marmi essen – pro Person hätte die Gruppe rund 77 Euro bezahlt, insgesamt machte die Rechnung etwas mehr als 500 Euro aus. Erst nachdem diese beglichen war, fiel der Italienerin auf, dass das Lokal 48,10 Euro zusätzlich verrechnet hatte. Sie rief im Restaurant an, um sich diesen Betrag erklären zu lassen, wie die Zeitung „La Stampa“ berichtete.

Influencerin wütend über „fehlende Transparenz“
Das Lokal klärte sie auf, dass es sich um ein automatisches Trinkgeld handle. Wenn die Rechnung so beglichen werde, würde man dem Posten zustimmen. Roncarà findet diese Vorgangsweise jedoch ziemlich dreist. Als Gast habe man das Recht, schon im Vorhinein über so eine Vorgangsweise informiert zu werden, findet sie. Es ginge dabei nicht ums Geld. „Mich stört die fehlende Transparenz“, erklärt sie.

Das Video sorgte auf Instagram für Aufsehen: 

„Niemand hat uns gefragt, ob wir ein Trinkgeld geben möchten“, so die Italienerin. Sie sei zwar der Meinung, dass gute Arbeit belohnt werden sollte. Dennoch solle ein Trinkgeld freiwillig sein und die Höhe dem Gast überlassen sein, anstatt einfach automatisch auf die Rechnung gesetzt zu werden, ist sie überzeugt.

Ihr Video auf Instagram erzielte bereits mehr als 100.000 Likes – viele User verstehen ihren Unmut und tun dies in den Kommentaren kund. Der Hoteldirektor Paolo Marroni erklärte gegenüber „La Stampa“, dass es diesen Posten schon seit 1,5 Jahren gebe, um den Steuerbestimmungen für elektronische Trinkgelder zu entsprechen und eine gerechtere Verteilung unter den Mitarbeitern zu gewährleisten. 

Hoteldirektor befürchtet ein „Kommunikationsproblem“
Bisher habe es keine Missverständnisse gegeben – und er stellte klar, dass dieser auf „völlig freiwillig“ sei. „Er ist in der Vorabrechnung enthalten, nicht direkt auf der Quittung, sodass der Kunde ihn überprüfen kann. Er kann je nach Wunsch des Gastes gestrichen, reduziert oder erhöht werden.“ Doch im Normalfall würde der Posten vor der Bezahlung vom Kellner erklärt werden. Im Fall der italienischen Influencerin schließt der Hotelier allerdings nicht aus, dass es ein Kommunikationsproblem gegeben habe. Die zuständige Person habe ihm allerdings versichert, dass die Gäste informiert wurden. 

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