Mi, 22. August 2018

Tests im ewigen Eis

10.10.2014 14:33

"Astronauten" für Mission auf Gletscher gesucht

Der Arbeitsplatz ist das ewige Eis, die Berufskleidung rund 45 Kilogramm schwer und Klaustrophobiker-ungeeignet, Bezahlung gibt es keine fürs Aufklauben von Eis und Steinen, dafür aber virtuelle Meteoriteneinschläge: Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) sucht für eine Mars-Mission-Simulation am Kaunertaler Gletscher in Tirol "Analog-Astronauten".

Körperlich und geistig fitte Männer und Frauen können sich bis 28. November bewerben, sagte Norbert Frischauf vom ÖWF, der selbst einmal diese Tätigkeit ausgeführt hat und aktuell im Vorstand des Forums sitzt. "Wir suchen technikbegeisterte Menschen, die unter schwierigen Bedingungen wie Stress und Lärm konzentriert und sicher arbeiten", sagte er. Monetäre Zuwendungen gebe es im ehrenamtlich funktionierenden ÖWF keine, Frischauf verspricht den zukünftigen "Analog-Astronauten" jedoch "Spaß, Schulterklopfen und Verbeugungen in großer Menge".

Fünf Monate spezielles Training
Die erfolgreichen Kandidaten würden fünf Monate lang am Raumanzugs-Simulator sowie in Biologie und Geologie trainiert, um unterschiedliche Experimente für nachgeahmte Weltraummissionen durchzuführen, außerdem bekommen sie ein Medientraining. Damit können sie wohl adäquat von ihren simulierten Erfolgen berichten.

Den Kaunertaler Gletscher wählten die ÖWF Experten aufgrund seiner Ähnlichkeit zu Marsgletschern, erklärten sie. Durch Virtual-Reality-Technik würde er dem Roten Planeten noch ähnlicher gestaltet. Die Analog-Astronauten könnten sich etwa mit einer Videobrille auf einer Simulations-Plattform bewegen und stünden nur über Funk mit der Missionskontrolle in Verbindung. "Das bringt 'noch mehr Mars' zum Testgelände und ermöglicht auch die Darstellung von Szenarien, die im echten Leben zu gefährlich oder zu aufwendig wären, wie zum Beispiel den Einsatz einer Marsstation", so Gernot Grömer vom ÖWF.

Zehntägige Simulation am Gletscher
Bei der zehntägigen Simulation, an der laut ÖWF zahlreiche internationale Forscherteams teilnehmen, würde etwa getestet, wie man Leben im Eis entdecken kann. "Man weiß mittlerweile, dass es am Mars unter der Oberfläche jede Menge Eis gibt. Am Kaunertaler Gletscher, auf dem es natürlich wie fast überall auf der Erde Lebewesen gibt, können wir testen, ob man mit verschiedenen Weltraum-Techniken tatsächlich eine Chance hat, Leben zu finden", erklärte Frischauf.

Bereits 2010 hat das ÖWF den Prototyp eines Weltraumanzugs am Kaunertaler Gletscher getestet. In den vergangenen Jahren wurden Simulationen unter anderem in den Dachsteinhöhlen (Oberösterreich) und in der Sahara durchgeführt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Storykommentare wurden deaktiviert.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.