Mi, 15. August 2018

Es mangelt an allem

10.09.2014 17:31

Liberia: Nationale Existenz durch Ebola bedroht

Die grassierende Ebola-Epidemie in Westafrika bedroht mittlerweile einen gesamten Staat: Mit eindringlichen Worten hat Liberia vor dem UNO-Sicherheitsrat um internationale Hilfe gebeten. Die Epidemie breite sich wie ein Flächenbrand aus und gefährde die nationale Existenz, sagte Verteidigungsminister Brownie Samukai in New York. Das Gesundheitssystem des Landes sei völlig überlastet.

"Das tödliche Ebola-Virus hat die normale Funktionsfähigkeit unseres Staates beeinträchtigt", zitierte die BBC den Minister. Seinem Land mangle es an der Infrastruktur, den logistischen Kapazitäten, dem Fachwissen und dem nötigen Geld, um die Krankheit effektiv zu bekämpfen.

Fokus auf Ebola - andere Krankheiten kaum behandelt
Die Organisation World Vision verwies darauf, dass in Liberia und Sierra Leone gewöhnliche Krankheiten oft nicht mehr behandelt würden. "Hunderte von Kindern bleiben im Moment unterversorgt und sterben - vor allem an eigentlich leicht behandelbaren Krankheiten wie Malaria, Typhus und Lungenentzündung", sagte die Kinderärztin Sara Hommel, die in Sierra Leones Hauptstadt Freetown arbeitet. Schwangere würden aus Angst vor einer Ansteckung keine medizinische Hilfe mehr in Anspruch nehmen, bei Komplikationen könne dann nicht fachgerecht geholfen werden.

Nach jüngsten Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO verzeichnete Liberia mit 2.046 Infizierten knapp die Hälfte aller gemeldeten Ebola-Infektionen und mit 1.224 mehr als die Hälfte der registrierten Todesfälle. Insgesamt sind in Westafrika bereits 2.296 Menschen an Ebola gestorben. Die Dunkelziffer liegt vermutlich wesentlich höher. Schwer betroffen sind auch Guinea und Sierra Leone.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.