Der Torjäger hatte in der 79. Minute der Partie, in der die Südamerikaner ins WM-Achtelfinale einzogen, seinen Gegenspieler Giorgio Chiellini offensichtlich in die Schulter gebissen. Der Italiener präsentierte danach die Bissspuren. "Wir sind Fußballspieler, wir wissen, was auf dem Platz passiert, man sollte dem keine Bedeutung beimessen", forderte Suarez, der bereits zuvor zweimal wegen einer Beißattacke negativ aufgefallen war.
FIFA eröffnete umgehend Disziplinarverfahren
"Es gibt keinen Zweifel, dass die FIFA diesen Vorfall sehr ernst nehmen muss und jegliche Aktion unternimmt, die als notwendig erachtet wird", sagte hingegen FIFA-Vizepräsident Boyce. "Luis Suarez ist ein fantastischer Fußballer, aber wieder einmal haben seine Aktionen schwere Kritik ausgelöst." Und tatsächlich: Noch am Mittwochmorgen eröffnete die FIFA ein Disziplinarverfahren gegen Suarez. Der Stürmer und der Verband Uruguays haben demnach bis Mittwoch, 22 Uhr (MESZ) Zeit, "ihre Position und jegliche Beweisdokumente, die sie als relevant erachten, darzulegen". Bereits am Samstag (22 Uhr MESZ) steht das WM-Achtelfinale Uruguays gegen Kolumbien an. Bis dahin muss die Akte Suarez spätestens wieder geschlossen sein, um den Turnierverlauf nicht zu gefährden.
Reaktion aus England: "Verbannt dieses Monster"
Die Attacke des Liverpool-Torjägers löste vor allem in England, dem Mutterland des Fußballs, heftige Reaktionen aus. "Verbannt dieses Monster", forderte der "Daily Telegraph". "Macht Beißer Suarez zum Geächteten", hieß es bei der "Daily Mail". Selbst auf der Insel, wo Suarez noch vor wenigen Wochen nicht nur als Torschützenkönig der Premier League gekrönt, sondern auch zum besten Spieler gewählt wurde, gibt es für den "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" des Weltfußballs kein Erbarmen mehr. Nach den Beißattacken 2010 im Trikot von Ajax Amsterdam und vor gut einem Jahr im Dress von Liverpool, für die der Torjäger jeweils gesperrt worden war, befand der "Mirror": "Drei Bisse, und du bist draußen."
Die FIFA beruft sich unter anderem auf Artikel 77a ihres Disziplinarkodexes. Demnach kann der Weltverband nachträglich einschreiten, wenn eine Spielszene vom Schiedsrichter nicht beobachtet wurde. Dies war offenbar in Natal der Fall.
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