Umfahrungsodyssee

Greifenburg: Widerstand gegen B100-Trassenführung

Kärnten
10.03.2026 14:00

Enteignung und überdimensioniertes Projekt: Weiter geht der Kampf einer Bürgerinitiative gegen die geplante B100-Umfahrung. Für Verantwortliche ist die Vorgehensweise mittlerweile unverständlich. 

Mit der geplanten Trassenführung an der Drautal Bundesstraße soll hauptsächlich die Gemeinde Greifenburg entlastet werden. Darum kämpfen, wie mehrfach berichtet, das Land Kärnten und die betroffenen Kommunen seit Jahrzehnten.

Denn besonders der Greifenburger Ortskern leidet unter dem Schwerverkehr. „Immer wieder kommt es zu Unfällen, Beschädigungen von Gebäudefassaden und der Ort scheint wie ausgestorben“, gibt Bürgermeister Josef Brandner.

Während sich manche über die langersehnte Umsetzung freuen, stößt das Projekt bei anderen – besonders Grundstücksbesitzern, die wegen der Umfahrung enteignet werden – bitter auf. „Es handelt sich um insgesamt 27 Enteignungen. Viele Betroffene sehen darin auch eine mögliche Signalwirkung für zukünftige Infrastrukturprojekte, bei denen Enteignungen in ähnlicher Dimension leichter durchgesetzt werden könnten und erinnern daran, dass es jeden einmal treffen könnte“, teilt der Verein Lebensraum Oberes Drautal seine Sorgen mit.

Eine Bürgerinitiative ist gegen den geplanten Ausbau und fordert eine Überarbeitung des ...
Eine Bürgerinitiative ist gegen den geplanten Ausbau und fordert eine Überarbeitung des Mega-Projektes.(Bild: Elisa Aschbacher)

 Auch Monika und Peter Brandner sind mit der Enteignung nicht einverstanden: „Für viele geht es dabei um Eigentum und Existenzgrundlagen, also um das Fundament, mit dem ihre Familien leben und wirtschaften.“ Sie sprechen von einem überdimensionalen Projekt. „Wie der hohe Flächenfraß für den Kreisverkehr mit Kosten von rund elf Millionen Euro“. Grundstücksbesitzer Walter Fritzer fordert „eine sparsamere Alternativtrasse, die Naturräume, Steuergeld und Lebensqualität schont, nicht vom Hochwasser bedroht ist und keinen zusätzlichen Transitverkehr anlockt“.

Bürgermeister appelliert zur Vernunft
Doch für Verantwortliche des Mega-Projektes ist der Gegenwind nicht nachvollziehbar: „Die jahrzehntelange, unhaltbare Diskussion muss endlich beseitigt und das straßenrechtlich genehmigte Projekt zur Sicherheit der Greifenburger Bevölkerung umgesetzt werden“, betont der Ortschef: „Ich ersuche die Grundeigentümer aufgrund des hohen öffentlichen Interesses das Projekt mitzutragen, mit dem Land in Kontakt zu treten und dem Grunderwerb zuzustimmen.“

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