Etwa 120 Interessierte waren Dienstagabend anlässlich des Informationsabends zur geplanten 380-kV-Leitung ins Volkshaus Landskron gekommen. Auf Einladung der SPÖ trafen erstmals Bürgerinitiative und Projektverantwortliche zusammen.
Der geplante 380-kV-Ringschluss zwischen Lienz und Völkermarkt stößt in vielen Kärntner Regionen auf Ablehnung. Es sind vor allem die geplante Trassenführung, mögliche gesundheitliche Auswirkungen, die „Verschandelung“ der Landschaft durch die Masten, die viele Bürger das Projekt kritisch sehen lassen.
Bei einer Informationsveranstaltung im Volkshaus Landskron kamen erstmals Vertreter der Bürgerinitiative sowie Projektverantwortliche der APG (Austrian Power Grid) zu Wort. „Es handelt sich hier um ein Jahrhundertprojekt, das wir realisieren werden, um die Stromversorgung für die nächsten Generationen zu sichern“, so Wolfgang Hafner, Projektleiter der APG.
Mögliche Maststandorte werden erhoben
Das Projekt befinde sich gerade in der Feinplanung. Das heißt, dass man von der Grobtrasse mit einer Breite von etwa 200 Meter nun eingrenzen und mögliche Maststandorte erhebe. Derzeit sieht die Planung im Bereich Landskron vor, die neue 380-kV-Leitung über die bestehende 110-kV-Trasse zu führen.
„Weder Villach noch Kärnten brauchen diese Stromautobahn“, ist sich Johann Huber, Sprecher der Bürgerinitiative, sicher. Studien würden zeigen, dass der Stromverbrauch derzeit konstant sei beziehungsweise abnehmen werde. „Die 380-kV-Leitung ist nur dazu da, den Strom, der bei Windkraftwerken im Osten erzeugt wird, bis zum Maltakraftwerk zu transportieren, um die Speicher zu füllen. Danach geht der Strom wieder zurück“, so Huber.
Weitere Bedenken der Bürgerinitiative sind gesundheitliche Auswirkungen durch elektromagnetische Felder. Auch würden die etwa 90 Meter großen Maststandorte einen massiven Eingriff in das Landschaftsbild sowie den Siedlungsraum bedeuten.

Die Bürgerinitiative hat außerdem eine Resolution vorbereitet und will eine mögliche Unterschriftenaktion starten.
Hitzige Diskussion
Im Anschluss stellten sich die Experten den Fragen der besorgten Bürger. Dabei wurde unter anderem dargelegt, warum es technisch nicht möglich ist, das bestehende 220-kV-Netz für den Ringschluss zu nützen. Der Abstand der Masten zu Wohngebäuden sowie die Führung der Trasse in der Nähe und durch Siedlungsgebiete wurde zum emotionalen Thema.
So erzählte ein Betroffener, dass die Mastenausläufer bis zu zehn Meter an sein Wohngebäude reichen würden. Hafner: „Es wird einen Fall geben, an dem wir näher zu Häusern rücken müssen, weil es keine Alternative gibt. Hier werden wir mit Grundbesitzern im Bereich in Gespräche treten.“ Intensives Bemühen werde es für den Bereich Gesundheit – vor allem für die sogenannten Koronaentladungen – geben, versicherte Hafner.
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